CDU-Kreisverband Frankfurt am Main
Besuchen Sie uns auf http://www.cduffm.de

DRUCK STARTEN


Archiv
12.06.2007, 10:00 Uhr
Gewissenhaft und engagiert im Dienst der Stadt
Der frühere Bürgermeister Hans-Jürgen Moog wird 75 Jahre alt

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12. Juni 2007 - Hans-Jürgen MOOG (CDU) hat
30 Jahre lang die Frankfurter Stadtpolitik mitgeprägt. Gerne wäre er auch Oberbürgermeister geworden. Nein, das ist nicht einfach eine rhetorische Floskel, mit der sich gut kokettieren ließe. Lächelnd spricht Hans-Jürgen Moog den Satz aus, als wolle er ihm ein wenig das Bedeutungsvolle nehmen. "Ich bin Frankfurter kraft Geburt und Überzeugung." Nichts anderes ist es als die Wahrheit. Denn dass er Frankfurter aus Überzeugung ist, hat er jahrzehntelang unter Beweis gestellt - mit seinem hohen politischen Einsatz für seine Vaterstadt, mit seinem Engagement in vielen Institutionen, besonders der evangelischen Kirche und dem Deutschen Roten Kreuz. Dem früheren Bürgermeister, der morgen 75 Jahre alt wird, sind die Stadt und ihre Bürger dafür zu großem Dank verpflichtet.


Zuverlässigkeit, Korrektheit, Gewissenhaftigkeit, Pflichtbewusstsein zeichneten ihn in all den Jahren aus, unabhängig von den politischen Konstellationen, auf die der CDU-Politiker sich im Römer einzustellen hatte. Der rhetorisch versierte Jurist, Witz und feiner Ironie keineswegs abhold, auch im Auftreten stets korrekt, diente seiner Stadt aus der staatspolitischen Überzeugung heraus, sich als Bürger für das Gemeinwesen engagieren zu müssen. Moog, gleichermaßen kenntnisreich wie gebildet, Repräsentant des traditionsverpflichteten Frankfurter Bürgertums, war in der politischen Arena stets um Ausgleich der Interessen bemüht, was ihn jedoch nicht davon abhielt, dezidiert, auch scharf seine Position zu vertreten, wenn er es für erforderlich hielt.


Im Alter von 32 Jahren war Moog 1964 Stadtverordneter geworden, ein Jahr später schon wählte ihn die CDU-Fraktion zu ihrem Vorsitzenden. Dreißig Jahre lang, bis zum Ausscheiden aus dem Amt des Bürgermeisters im Herbst 1994, prägte er die Stadtpolitik mit. Das geschah in den ersten Jahren mit der CDU als dem kleineren Partner in der Römer-Koalition mit der SPD, die von der Maxime getragen war, in der Kommunalpolitik sollten die Parteien möglichst zusammenarbeiten. Als die SPD Anfang der siebziger Jahre als Folge der Achtundsechziger-Bewegung mit diesem Prinzip brach, musste die CDU mit der Oppositionsrolle vorliebnehmen. Dem Machtrausch der SPD bereiteten die Bürger bei der Kommunalwahl 1977 ein Ende, Walter Wallmann wurde mit absoluter CDU-Mehrheit Oberbürgermeister, Moog nun Chef der Regierungsfraktion. Und fünf Jahre später avancierte er zum Bürgermeister, Wallmanns Stellvertreter.


Er wäre schon gern Oberbürgermeister geworden, als Wallmann 1986 Frankfurt verließ, um Minister in Bonn zu werden. Daraus hat Moog nie einen Hehl gemacht. Doch Wallmann hatte den Personaldezernenten Wolfram Brück als Nachfolger vorgeschlagen, Moog wollte nicht als Gegenkandidat antreten. Ob er als Oberbürgermeister die schwere CDU-Niederlage 1989 hätte verhindern können? Die Frage mochte er nie direkt beantworten, deutete aber auf die "Zuwendung", die er immer bei den Bürgern gefunden habe.


Rot-Grün hatte nun die Mehrheit im Römer, wählte alle CDU-Dezernenten ab, Moog, der sich vorsichtig vom Ausländerwahlkampf seiner Partei distanziert hatte, ausgenommen. In der CDU nahm man es ihm übel, im rot-grünen Magistrat geblieben zu sein. Doch der Bürgermeister verteidigte seine Haltung mit dem Argument, eine Position, in die man gewählt sei, gebe man ohne Grund nicht auf.


1994 schied Moog nach Ablauf der Wahlzeit aus dem Amt, beendete damit seine Zeit als Kommunalpolitiker, nahm seinen Beruf als Rechtsanwalt und Notar wieder auf. In die Tagespolitik hat er sich seitdem nicht mehr eingemischt. Aber er findet Möglichkeiten, sich als "Bürger" seiner Heimatstadt zu Wort zu melden.


Das tat er etwa in einem Leserbrief an diese Zeitung, als es um die Frage ging, ob der Polizeivizepräsident Wolfgang Dasch-ner dem Entführer und Mörder Jakob von Metzlers beim Verhör habe Gewalt androhen dürfen, wenn dieser das Versteck des Jungen nicht preisgebe. Moog schrieb damals: "Der Schutz des Lebens geht bei einer sorgfältigen Abwägung dem Recht des Täters auf Bewahrung vor der Androhung von Gewalt vor. Daschner sah keinen anderen Ausweg, dem Kind zu helfen. Hätte es gerettet werden können, wäre Daschner von den Medien und den sich für politisch korrekt haltenden Menschen gefeiert worden."


Günter Mick


Text: F.A.Z., 12.06.2007, Nr. 133 / Seite 46