Bettina M. Wiesmann MdB: "Roland Koch hat sich um die Freiheit des Einzelnen und seine Verantwortung in der Bürgergesellschaft in herausragender Weise verdient gemacht. Ich gratuliere ihm von Herzen zur Wilhelm-Leuschner-Medaille."

Bettina M. Wiesmann MdB
Bettina M. Wiesmann MdB
Berlin/Frankfurt am Main, 30. November 2017 - Anlässlich der Verleihung der Wilhelm-Leuschner-Medaille an den früheren hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch erklärt die Frankfurter Bundestagsabgeordnete Bettina M. Wiesmann (CDU):

"Roland Koch hat sich während seiner gesamten politischen Laufbahn und bis heute immer wieder für die Freiheit des Einzelnen und seine Verantwortung in der Bürgergesellschaft stark gemacht. Diese Grundidee und die darauf fußende Politik der CDU haben das Land Hessen enorm vorangebracht; von seinen Impulsen als Ministerpräsident von 1999 bis 2010 zehren wir bis heute.

Roland Kochs Engagement für die Freiheit war immer konkret und zielte darauf, den Menschen mehr Selbstbestimmung zu ermöglichen. Unter seiner Ägide entstand eine Bildungspolitik, die mit den frühen Jahren beginnt (Bildungs- und Erziehungsplan 0-10), Schulen personell gut ausstattet (105 Prozent Lehrerzuweisung) und ihnen ein hohes Maß an Entscheidungsspielraum anbietet (Selbstständige Schule) sowie die Förderung aller, auch der besonderen Begabungen im Blick hat (SchuB-Klassen, Hochbegabtenförderung z.B. Schloss Hansenberg). Er gestaltete eine Familienpolitik, die Menschen in ihrer Verschiedenheit anerkennt und ihnen Wahlfreiheit zugesteht (Ausbau der Kinderbetreuung in Plätzen und Qualität), sie aber auch beim Wort nimmt und ihnen verantwortliches Handeln abverlangt (Erziehungsvereinbarungen Eltern/Schule). Fördern und Fordern war seine Maxime mit Wirkung auch über Hessen hinaus - im Bereich Arbeitsmarktpolitik (Hartz-Reformen) wie Zuwanderung (Einbürgerungstests, Vorlauf- und Integrationskurse): Roland Koch ging es darum, Menschen zu Anstrengungen zu ermutigen und zu belohnen, aber auch, sie besser zu befähigen und ihnen immer wieder Chancen zu geben.


Als Ministerpräsident und "konservativer Reformer" hat er mit Blick auf die wirtschaftlichen Interessen des Landes nie den eigenen Wertekompass aus den Augen verloren. So berücksichtigte er beim Ausbau des Frankfurter Flughafens immer auch die kritischen Stimmen und sorgte - im Vorfeld einer Landtagswahl - für eine Lösung, die sowohl dem Wirtschaftsstandort als auch den Interessen der Wohnbevölkerung Rechnung trug.

Kochs langjähriges Engagement für die Souveränität Tibets und Menschenrechte weltweit schließlich war ebenfalls Ausdruck dieser Grundüberzeugung.

Dass all dies nicht ohne Kontroversen blieb, ist vor allem der Entschiedenheit geschuldet, mit der er den Gedanken ‎von Freiheit in Verantwortung verteidigte. Roland Kochs Einsatz für bürgerliche Politik, die die Menschen ernstnimmt, in ihren Anliegen unterstützt sowie den Zusammenhalt und das große Ganze - die aktive Bürgergesellschaft - im Auge hat, hat unser Land geprägt und vorangebracht. Sein Abschied aus der Politik wurde parteiübergreifend bedauert. Ich freue mich, morgen der Verleihung der Wilhelm-Leuschner-Medaille an Roland Koch beizuwohnen."
 

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