CDU-Kreisverband | Frankfurt am Main
 
 






   
Meldungen
12.06.2018, 12:36 Uhr | Übersicht | Drucken
Nur 4 Prozent des NOx-Schadstoffausstoßes erfolgt durch Busse
Emissionen auch durch Beschaffung von EURO-VI-Bussen senken

Frankfurt am Main, 12. Juni 2018 - Frankfurt baut seine Planungen für einen Elektrobuseinsatz aus. Der Fachausschuss Verkehr der Frankfurter CDU diskutierte jüngst die Planungen unter der Leitung von Frank Nagel.


Frank Nagel, Vorsitzender des FA Verkehr
 
Man sei sich einig, dass auch der ÖPNV langfristig komplett emissionsfrei werden müsse. Der Elektrobuseinsatz sei richtig. Ausgebaut werden solle aber auch der Einsatz der sehr emissionsarmen Busse der Kategorie EURO VI. Damit sei kurzfristig bei einer sehr effizienten Verwendung der Haushaltsmittel eine deutliche Schadstoffsenkung möglich.

Die Stadt beschäftigt sich schon länger mit dem Thema alternative Antriebe. Bereits im Jahr 2011 informierte sich die damalige Oberbürgermeisterin Petra Roth über Elektrobusse in China. Die Dringlichkeit der Emissionssenkungen ist seither kräftig gestiegen. Aufgrund der steigenden Stickstoffoxid-Werte (NOx) werden mittlerweile sogar Dieselfahrverbote in deutschen Städten vorbereitet.

Der gesamte Verkehr ist mit einem Anteil von 33 Prozent für NOx-Emissionen verantwortlich. Auch im ÖPNV will man die Schadstoffemissionen reduzieren. Der Beitrag der Busse zu den NOx-Emissionen beläuft sich dabei auf nur 4 Prozent: Ein moderner EURO-VI-Bus emittiert aufgrund strenger Kontrollen und ständiger Prüfungen im Realbetrieb (sog. Real Driving Emission Tests) weitaus weniger Schadstoffe als ein EURO-6-PKW. Frank Nagel betonte, dass insbesondere in den Städten der moderne Bus nicht ein Problem, sondern bereits ein Teil der Lösung ist.

Ein Elektrobus kostet derzeit rund das Doppelte eines modernen schadstoffarmen EURO-VI-Dieselbusses. Zusätzlich fallen Mehrkosten bei den Elektrobussen für den erhöhten Wartungsaufwand, den Aufbau der Infrastruktur (für Betankung und Wartung) sowie mögliche Ausfälle der Fahrzeuge an. Weiterhin ist die Herstellung der Batterien mit einem hohen Kohlenstoffdioxid-Ausstoß (CO2) verbunden.

Aktuell umfasst der Fuhrpark des Frankfurter Nahverkehrs rund 400 U-und Straßenbahnfahrzeugen und knapp 350 Busse. Die U-Bahn- und Straßenbahnfahrzeuge werden elektrisch betrieben, damit beträgt der Gesamtanteil der Dieselfahrzeuge am Frankfurter Nahverkehr bereits jetzt weniger als 50 Prozent. Umgerechnet auf Personenkilometer beträgt die Leistung von Dieselfahrzeugen im Frankfurter Nahverkehr nur etwa ein Fünftel.

Außerdem ist die Stadt Frankfurt Vorreiter in Bezug auf den Betrieb emissionsarmer Busse. Schon 2006 erfolgte der Einstieg in den Einsatz von Bussen, die dem anspruchsvollen Emissionsstandard EEV (Enhanced Environment Friendly Vehicle) entsprechen. Dieser ist strenger als der EU-Standard EURO V. Heute erfüllt im Frankfurter ÖPNV ein knappes Drittel der Busfahrzeuge bereits den aktuell strengsten Busstandard EURO VI, die restlichen sind fast alles EEV-Busse.

Strategisch muss die Nutzung fossiler Energie im Nahverkehr reduziert werden. Hierzu sind Praxistests erforderlich. Ein entsprechendes Projekt setzt die Stadt Frankfurt ab dem Fahrplanwechsel 2019 um: Die Buslinie 75 (Bockenheimer Warte - Uni-Campus Westend - Bockenheimer Warte) wird komplett auf batterie-elektrische Busse umgestellt. Außerdem sollen in Frankfurt drei Brennstoffzellenbusse im Rahmen einer Rhein-Main-Initiative gemeinsam mit Mainz und Wiesbaden angeschafft werden.

Damit ist die alltagsgerechte Erprobung alternativer Antriebe in Frankfurt in die Wege geleitet. Die Stadt Frankfurt stemmt zwei der derzeit rund 60 Testläufe in Deutschland, die der VDV (Verband Deutscher Verkehrsunternehmen) verzeichnet. Diese zukunftsgerichteten Einzelmaßnahmen bringen den emissionsfreien Verkehr voran.

Es müsse aber auch eine ganzheitliche Betrachtung der Situation der Stadt Frankfurt geleistet werden, so Nagel. Der städtische Etat sei immer eine Herausforderung. Frankfurt solle also auch in die Umstellung von EEV-Bussen auf EURO-VI-Busse investieren. Der vermehrte Einsatz von EURO-VI-Bussen sei ein schnell realisierbarer und wirtschaftlicher Ansatz, um die Umweltbelastung kurzfristig deutlich zu reduzieren. Diese modernen Fahrzeuge verbessern die NOx-Werte gegenüber den bereits schadstoffarmen EEV-Bussen nochmals um 95 Prozent und haben einen verringerten Kraftstoffverbrauch und CO2-Ausstoß.

Schließlich verwies Nagel auch darauf, dass alle Alternativen zum schmutzigen Diesel überdacht werden sollten. Es gebe zum Beispiel moderne Oberleitungsbusse, die dank Batterie Teilstrecken auch ohne Oberleitung fahren könnten. Solche Oberleitungstrolleybusse hat die Stadt St. Gallen jüngst für ihren ÖPNV ausgeschrieben. Oder der Erdgas-elektrische Müll-Lkw, den die Frankfurter FES nun testet. "Auch die Übergangstechnologie Erdgas reduziert Emissionen sehr effizient - erst Recht in Verbindung mit einem Elektromotor", hob Nagel abschließend hervor. 



Ältere Artikel finden Sie im Archiv.

Diese Seite in einem sozialen Netzwerk veröffentlichen:

  • Twitter
  • Facebook
  • MySpace
  • deli.cio.us
  • Digg
  • Folkd
  • Google Bookmarks
  • Yahoo! Bookmarks
  • Windows Live
  • Yigg
  • Linkarena
  • Mister Wong
  • Newsvine
  • reddit
  • StumbleUpon
   
Suche
     







News-Ticker
Termine
Newsletter abonnieren
Bleiben Sie stets auf dem Laufenden!
Ihre E-Mail Adresse:

Datenschutzhinweis:
Die Speicherung Ihrer E-Mail Adresse für unseren Newsletter wird erst nach Ihrer expliziten Einwilligung auf der Folgeseite vorgenommen. Weitere Informationen zu unserem Newsletter finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Presseschau
0.05 sec. | 604712 Views