Christian Becker zieht Bilanz: Ein außergewöhnliches Jahr geht zu Ende

Christian Becker, Vorsitzender der CDU Oberrad
Christian Becker, Vorsitzender der CDU Oberrad
Frankfurt am Main, 29. Dezember 2020 - Besondere Umstände erfordern besondere Maßnahmen – und vor allem Zusammenhalt und gelebte Solidarität.

Das Jahr, in dem seit Anfang März alles anders ist, hat auch in Oberrad seine Spuren hinterlassen. Gastronomiebetriebe, der Einzelhandel und die Vereine – sie alle mussten schwere Monate überstehen und ein Ende wird zwar sehnsüchtig erhofft, ist aber noch nicht in Sicht. Auch in der Kommunalpolitik waren die Auswirkungen von Corona deutlich zu spüren. Christian Becker, Stadtverordneter, Ortsvorsteher und Vorsitzender der CDU Oberrad zieht zum Jahresende Bilanz.

„Während wir im Bereich der Kommunalpolitik überwiegend von der Umsetzung organisatorischen Maßnahmen betroffen waren, wie z.B. die Auflagen für Ortsbeiratssitzungen oder die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten, in denen die Einhaltung des Mindestabstands möglich war, sind viele Betriebe, Einzelhändler oder Gastronome durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie schlichtweg in ihrer Existenz bedroht“, betont Christian Becker. „Die Balance zu finden zwischen dem, was einerseits zum Schutz der Gesundheit der Bevölkerung notwendig und andererseits wirtschaftlich vertretbar ist, ist unglaublich schwer – zumal uns im Hinblick auf eine solche Situation die Erfahrungen fehlen.“

Während die Gastronomie mit strengen Auflagen über die Sommermonate hinweg geöffnet und sich – leider vergebens - mit detaillierten Konzepten und so mancher Investition auf die Herbst-/Wintersaison vorbereitet hatte, kam das Vereinsleben nahezu völlig zum Erliegen. Sommerfeste, Vereinsfeiern und sogar das beliebte Oberräder Stadtteilfest mussten in diesem Jahr abgesagt werden. Auch die monatlichen Marktfeste, die von der Initiative „Oberräder Wochenmarkt“ organisiert wurden und die im März dieses Jahres ihr einjähriges Jubiläum gefeiert hätten, konnten bislang nicht fortgeführt werden. Zuletzt traf den Stadtteil auch die Absage der Fastnachtskampagne 2020/2021 mitten ins Narrenherz, die ebenfalls einen festen Bestandteil der Oberräder Stadtteilkultur darstellt und auf den traditionellen Sitzungen der „KG Wespen“ mit einem dreifach donnernden „Oberrad Gut Stuss“ lautstark gefeiert wird.

„Nach der Entlastung, die wir unter Vorsicht im Sommer erfahren durften, ist es umso schlimmer, dass das, was in diesem Zeitraum erarbeitet wurde, durch den Egoismus und die Unvorsichtigkeit einiger weniger Kreuz- und Querdenker wieder verspielt wurde“, bringt es Christian Becker auf den Punkt. „Die Vereine hat es sehr hart getroffen und ich hoffe, dass sie dieses schwierige Jahr überstehen und ihre großartige Arbeit in 2021 fortsetzen können.“

Am härtesten getroffen hat die Oberräderinnen und Oberräder sicherlich die Absage des Oberräder Weihnachtsmarktes, der traditionell am letzten Adventsonntag auf dem Buchrainplatz stattfindet und der vom Oberräder Vereinsring ausgerichtet wird. Für viele Menschen hat der Weihnachtsmarkt den Beginn von Weihnachten eingeläutet, sie haben sich mit Freunden und Bekannten getroffen und die Vereine haben gemeinsam einen stimmungsvollen Rahmen geschaffen. Da schmerzt eine Absage schon sehr, auch wenn die aktuelle Entwicklung gar keine andere Entscheidung zugelassen hätte.

Still war es somit am letzten Adventswochenende auf dem Buchrainplatz. Der Weihnachtsbaum, der von Oberräder Bürgerinnen und Bürgern liebevoll geschmückt wurde, leuchtete einsam vor sich hin. Auch die Pforten des Gasthauses „Grüne Soße und Mehr“ und des Waldhotels „Hensel’s Felsenkeller“ bleiben bis auf die Fensterausgabe der vorbestellten Essen geschlossen. Nur ein Beispiel für viele andere Gastronome, die versuchen, sich mit den Gegebenheiten zu arrangieren.

Aber trotz allem gibt es auch Positives zu berichten. Gelebte Solidarität ist kein Fremdwort in Oberrad, denn schon im Rahmen des ersten Lockdowns haben sich einige Initiativen gefunden, die Nachbarschaftshilfe für ältere Menschen oder solche, die eindeutig zur Risikogruppe gehören, angeboten haben – pragmatisch und ohne großes Aufheben. Dazu bedurfte es keiner großen Datenbanken oder Internetseiten, dafür genügte einfach ein Blick über den eigenen Tellerrand hinaus. Persönliche Begegnungen haben an Wichtigkeit und Qualität gewonnen und konnten die Zeit des „Social Distancing“ manchmal etwas erträglicher machen.

Auch die Oberräder Gärtner mit den angeschlossenen Hofläden und die Marktbeschicker des Wochenmarktes berichten, dass ihre Arbeit und ihr Angebot mehr Wertschätzung erfahren habe. Frische und regionale Produkte vor Ort, ohne große Schlangen in überfüllten Supermärkten und ein freundliches Lächeln des Gegenübers – das war ein Stück Lebensqualität, das plötzlich mehr in den Fokus gerückt ist. Und wenn nicht im Gärtnerdorf, wo sonst?

Trotz aller Absagen konnten zumindest zwei Ereignisse mit einer kleinen, spontanen Zeremonie begangen werden: Die Krönung der Oberräder „Frankfurter Grüne Soße“ Königin Susanne I., die ihre zweite Amtszeit nun unter der Flagge des Vereinsrings Oberrad begeht und die Verleihung des Stadtteilpreises, die der Vorsitzende des Oberräder Vereinsrings Peter Keller stellvertretend für die Initiative „Oberräder Wochenmarkt“ von Ortsvorsteher Christian Becker in Empfang nehmen durfte.

Nun neigt sich das Jahr im Gärtnerdorf dem Ende zu und man müsse nach vorne schauen, erklärt Christian Becker. „Vieles ist anders gelaufen als geplant. Ich wünsche mir, dass wir alles, worauf wir in 2020 verzichten mussten, in 2021 mit Schwung, Elan und einem guten Zusammengehörigkeitsgefühl fortführen und gemeinsam wieder unsere liebegewonnenen Feste auf dem Buchrainplatz und dem Festplatz Villa Bonn feiern können.“

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