Heuser: Vergünstigungen und konstante Preise – für eine langfristige Kundenbindung

Koalition sieht Spielraum für weitere ÖPNV-Fahrpreiserhöhungen ausgeschöpft

Frankfurt am Main, 28. Mai 2010 - Die Fraktionen von CDU und Grünen im Römer machen dem RMV über den Magistrat mit einem Antrag Zielvorgaben für die nächste Anpassung der Fahrpreise im Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV).

So sollen nicht nur die Preise für Zeitkarten in Zukunft höchstens prozentual entsprechend der Höhe der Inflationsrate angehoben, sondern auch der Preis der Jahreskarte für Schüler und Auszubildende („CleverCard“) zum Beginn des Schuljahres 2010/11 deutlich gesenkt werden. Weiterhin sollen die Preise für alle Einzelfahrscheine – also auch für die Kinderfahrscheine – im Stadtgebiet Frankfurt zu allen Verkehrszeiten unverändert bleiben.
 
„Gerade beim Einzelfahrschein ist das Ende der Fahnenstange erreicht. Wir wollen diese Preise jetzt einfrieren. Denn der Spielraum für weitere Fahrpreiserhöhungen ist weitgehend ausgeschöpft. Es besteht derzeit die Gefahr, dass der vom Fahrgast zu entrichtende Fahrpreis die persönliche finanzielle Leistungsfähigkeit übersteigt“, erläuterte der verkehrspolitische Sprecher und stellvertretende Vorsitzende der CDU-Fraktion, Helmut Heuser. „Aber auch Autofahrer werden von zu hohen Preisen für Einzelfahrten von einem Umstieg auf den ÖPNV abgeschreckt. Kostengünstige und attraktive Angebote für Kinder und Jugendliche – wie eine neue CleverCard – fördern ihre Bindung an den ÖPNV als Erwachsene“, ergänzte die verkehrspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Angela Hanisch.

CDU und Grüne bescheinigten dem ÖPNV in Frankfurt am Main grundsätzlich ein gutes, hohes Niveau, was auch durch die Fahrgastumfragen bestätigt werde. Heuser und Hanisch verwiesen in diesem Zusammenhang auch auf den derzeitigen Ausbau des Angebotes, zum Beispiel durch die Verlängerung der U4 nach Enkheim, das Buskonzept Zeilsheim, die Stadtbahn zum Riedberg und die Straßenbahn zum Frankfurter Bogen. In den Fahrgastumfragen würden aber auch die Fahrpreise als zu hoch kritisiert. Die beiden Verkehrspolitiker gestanden gleichwohl zu, dass der hohe Kostendeckungsgrad beim RMV von 56 Prozent bei einem jährlichen Aufwand von 1,22 Mrd. Euro (2008) auch gewichtige Vorteile habe. „Ein großer Anteil dieser Einnahmen stammt aus den Fahrscheinverkäufen und macht damit den ÖPNV nicht nur unabhängiger von der Finanzlage der Städte und Gemeinden, sondern auch zu einem Garanten für ein stetiges Angebot auf hohem Niveau und weitere Verbesserungen“, so die beiden Verkehrsexperten. Nach Angaben der Stadtverordneten lagen die Tariferhöhungen des RMV zwar deutlich über der Inflationsrate. „Dadurch und durch erhöhte Zahlungen des Landes Hessen für den RMV konnten allerdings der Anstieg der Energiepreise und die Kürzung der Regionalisierungsmittel seitens des Bundes ohne wesentliche Einschränkungen beim Leistungsangebot des RMV ausgeglichen werden. Mit 2,40 Euro für einen Einzelfahrschein für Erwachsene und 1,40 Euro für Kinder im Stadtgebiet liegt Frankfurt nun aber an der Spitze der Fahrpreise vergleichbarer Städte. Das kann so nicht weitergehen“, folgerten Heuser und Hanisch.
 
Nach Meinung von CDU und Grünen im Römer können sich künftige Tarifanpassungen bei den Zeitkarten allenfalls maximal in Höhe der Inflationsrate bewegen, wobei sie mit Preisvergünstigungen und Preiskonstanz in einzelnen Fahrkartensegmenten verbunden sein sollten. „So wollen wir den Preis der CleverCard für Schüler und Auszubildende deutlich reduzieren. Damit wird einerseits dem in der Regel geringeren verfügbaren Monatseinkommen von Schülern und Auszubildenden Rechung getragen, andererseits kann die Kundenbindung an den ÖPNV schon in frühen Lebensjahren, in denen sich Verhaltensgewohnheiten ausprägen, verstärkt werden“, so die beiden Stadtverordneten übereinstimmend.
„Ein weltbekannter Börsen- und Finanzexperte hat einmal gesagt: ‚Einer Straßenbahn und einer Aktie darf man nie nachlaufen. Nur Geduld: Die nächste kommt mit Sicherheit’. In Frankfurt am Main können sich die RMV-Kunden auf jeden Fall auf das baldige Kommen der nächsten Straßenbahn verlassen. Denn mit der Begrenzung und sogar Vergünstigung von ÖPNV-Tarifen werden wir die Fahrgäste finanziell entlasten und trotzdem das derzeitige Angebot sowie einen weiteren Ausbau des ÖPNV-Netzes sichern“, so Heuser und Hanisch abschließend.
 
 

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