Boris Rhein und Helmut Heuser: Dr. Horst Kraushaar war ein Vorbild für die Kommunalpolitik

Kreisverband und Fraktion würdigen den verstorbenen Fraktionsvorsitzenden

Dr. Horst Kraushaar, Vorsitzender der CDU-Stadtverordnetenfraktion
Dr. Horst Kraushaar, Vorsitzender der CDU-Stadtverordnetenfraktion
Frankfurt am Main, 15. Juni 2010 - Die Frankfurter CDU trauert um den Vorsitzenden ihrer Stadtverordnetenfraktion Dr. Horst Kraushaar. Der 63jährige ist in der Nacht zum Montag nach kurzer schwerer Krankheit verstorben.

In einer ersten Reaktion erklärte der CDU-Kreisvorsitzende Staatssekretär Boris Rhein: „Wir sind traurig und tief betroffen. Mit Dr. Horst Kraushaar verlieren wir einen großartigen Kommunalpolitiker, der die CDU-Fraktion mit Herz und Verstand zu führen wusste. Wir alle hatten gehofft, dass der Fraktionsvorsitzende von seiner schweren Erkrankung genesen und bald zurückkehren würde, um mit uns gemeinsam den Kommunalwahlkampf zu bestreiten. Sein Tod reißt eine Lücke, die nicht leicht zu schließen sein wird“.
Kraushaar, geboren in Eltville und von Beruf Ministerialdirigent im Hessischen Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, war seit 2003 Mitglied der Stadtverordnetenversammlung. Zuvor gehörte er seit 1993 dem Ortsbeirat 3 (Nordend) an. Von 1999 bis 2005 stand Kraushaar zudem an der Spitze des CDU-Stadtbezirksverbandes Nordend, der Heimat seines politischen Mentors Rudolf Friedrich.
 
Rhein würdigte den Verstorbenen als einen Vollblutjuristen, der aufgrund seiner beruflichen Tätigkeiten als Staatsanwalt und leitender Ministerialbeamter einen reichen Erfahrungsschatz in die Kommunalpolitik habe einbringen können. „Als gebürtiger Rheingauer war er ein Mann von besonderer Geradlinigkeit und Charakterstärke, der die Fraktion mit viel Fingerspitzengefühl umsichtig und hochkompetent geführt hat. Besonderer Fleiß, profunde Sachkenntnis, Loyalität, Vertrauenswürdigkeit und ein auf liebenswürdige Art aufblitzender Humor zeichneten ihn aus. Wo es nötig war, konnte Horst Kraushaar aber auch deutliche Worte finden. In dieser Weise hat er im zurückliegenden Jahr nicht nur die inhaltliche Ausrichtung der CDU-Fraktion souverän bestimmt, sondern auch die Koalition mit den Grünen auf Kurs gehalten. Bei allen Debatten ging es ihm immer um die Sache. Persönliche Attacken waren nicht sein Stil. Insofern war er auch ein Vorbild für die junge Generation in der Kommunalpolitik – auch für mich persönlich. Die Frankfurter CDU hat ihm somit viel zu verdanken. Wir trauern heute um einen menschlich angenehmen und über die Parteigrenzen hinweg geschätzten Stadtverordneten, einen langjährigen Weggefährten und guten Freund. Er wird uns als Führungskraft und Ratgeber sehr fehlen“.
 
Mit Bestürzung und Trauer habe er die Nachricht von Kraushaars Ableben aufgenommen, sagte der stellvertretende Vorsitzende CDU-Fraktion im Römer, Helmut Heuser. „Gestützt auf seine umfangreiche juristische Ausbildung und Berufstätigkeit hat Dr. Horst Kraushaar sein fast 20 Jahre währendes kommunalpolitisches Handeln immer als ehrenamtlichen Dienst für die Stadt Frankfurt am Main aufgefasst, die Stadt, in der er studierte, und die Stadt, in der er seit 1975 mit Familie heimisch geworden war. Dabei war er der wohltuende Typ eines Politikers, der nicht die eigene Person in den Vordergrund stellte, sondern dem gute Ergebnisse für die Stadt und die Bürger wichtig waren. Wo andere polterten, zog er das Understatement vor. Und in dieser Weise hat er auch die Fraktion geführt: Moderat, kollegial im besten Wortsinne und hart in der Sache, wo es nötig war. Er war ein hochgeschätzter Fraktionskollege, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Geschäftsstelle ein guter Vorgesetzter und für viele von uns ein echter Freund, den wir nun betrauern müssen“.

Heuser erinnerte noch einmal an die politischen Erfolge des Fraktionsvorsitzenden: „Seine besondere Aufmerksamkeit galt dem Wirtschaftsstandort Frankfurt, dessen Wohl und Wehe für Horst Kraushaar mit dem Frankfurter Flughafen und seinem Ausbau verbunden war. Neue Arbeitsplätze versprach er sich insbesondere durch das Airrail Center, den neuen Stadtteil Gateway Gardens und das House of Logistics and Mobility (HOLM), für dessen Ausbau zu einem international führenden Standort für Forschungsaufenthalte, Kongresse sowie Messen und Ausstellungen er sich besonders engagierte. Bei der Beratung des Doppelhaushaltes 2010/11 hat Horst Kraushaar deutlich gemacht, dass es keine Alternative gibt, den bisherigen Konsolidierungskurs beizubehalten, dabei unvermindert in Bildung zu investieren und angesichts der Finanzkrise nach neuen Sparmöglichkeiten zu suchen. Im Zuge der Mehrkosten-Debatte schärfte er das Profil der Fraktion weiter indem er ein verbessertes Kostenmanagement im Magistrat anmahnte. Diese Verdienste werden immer bleiben“. 
 
An die Familie gewandt erklärten Rhein und Heuser: „Wir beklagen mit den Angehörigen einen großen menschlichen Verlust, der im Wissen um die Schwere der Erkrankung doch so plötzlich und unvermittelt gekommen ist. Worte vermögen in dieser Situation nicht zu trösten. Dennoch sind wir in dieser Tagen in unseren Gedanken bei der Familie, insbesondere bei Frau Kraushaar und ihren Kindern. Wir trauern mit ihnen und können nur zusichern: Wir werden Dr. Horst Kraushaar nicht vergessen und ihm ein ehrendes Andenken bewahren“.
 

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