Boddenberg: Vertiefung der transatlantischen Partnerschaft erforderlich

Staatsminister Michael Boddenberg MdL
Staatsminister Michael Boddenberg MdL
Wiesbaden/Frankfurt am Main, 15. September 2010 - Der Hessische Minister für Bundesangelegenheiten, Michael Boddenberg, hält eine Vertiefung der transatlantischen Partnerschaft als Antwort auf die Herausforderungen der Globalisierung sowie der Folgen der Wirtschaftskrise für erforderlich.

Diese Schlussfolgerung zog der Hessische Minister für Bundesangelegenheiten, Michael Boddenberg, anlässlich der Diskussion mit dem Botschafter der Vereinigten Staaten von Amerika Philip D. Murphy und dem Journalisten Tom Buhrow gestern Abend in der Hessischen Landesvertretung in Berlin, zum Auftakt der neuen Reihe „Hessen International“. Das Motto des Abends lautete: „Hessen und die Vereinigten Staaten von Amerika – Die Geschichte einer langen Freundschaft“.

 
Boddenberg forderte große Anstrengungen der Politik, aber auch der deutschen und amerikanischen Gesellschaft zur Verbesserung der transatlantischen Beziehungen: „Als Antwort auf die Weltwirtschaftskrise brauchen wir einen intensiven Diskurs über die Neujustierung unserer gemeinsamen Wertebasis.“ Für Tom Buhrow, der selbst lange Zeit in den USA gelebt hat, sind die kulturellen und menschlich langfristigen Beziehungen extrem wichtig, gerade dann, wenn es politisch zu Irritationen im Verhältnis der beiden Staaten kommt.
 
Boddenberg machte deutlich, die internationale Finanzkrise habe gezeigt, dass die Menschen Zweifel an der Gestaltungsfähigkeit der Politik haben, und zwar egal, wer gerade regiert. Dennoch setzten sie jetzt wieder zu Recht ihre Hoffnungen auf staatliche Regelungen, allerdings sei auch klar: „Lösungen für die globalen Herausforderungen findet keine Nation mehr alleine. Wir brauchen eine Parteien und Kontinente übergreifende starke Bewegung, um den Menschen wieder neues Vertrauen in die Politik zu geben. Zügellose Selbstbedienungsmentalität der Finanzwirtschaft ist damit nicht vereinbar.“
 
Die Freundschaft zu Amerika, die deutsch-amerikanische wie die hessisch-amerikanische, bildet nach wie vor ein starkes Fundament für die gemeinsame Zukunft, in der Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit und sozialer Ausgleich gewährleistet sind. Botschafter Murphy sprach in diesem Zusammenhang von der „relationship of trust“, also von einer Beziehung auf der Basis des Vertrauens, die auch unterschiedliche Auffassungen aushält. „Streitbare Freundschaft, Fähigkeit zum Kompromiss und gemeinsames Handeln in Verantwortung für diese Welt, das sind zentrale Bestandteile für unsere gemeinsame stabile Zukunft.“, so Boddenberg. Botschafter Murphy unterstrich das schon lange bestehende intensive Engagement Amerikas in Hessen, namentlich in Frankfurt, mit dem weltweit größten amerikanischen Konsulat und die hervorragende Partnerschaft zwischen Hessen und Wisconsin.
 
Im Gespräch wurde deutlich, in der Geschichte, der europäischen wie der amerikanischen, liegen die gemeinsamen kulturellen Wurzeln unserer Gesellschaften, geprägt von individueller Freiheit und Verantwortung für das Gemeinwohl. Daraus schöpfen Europäer und Amerikaner die Kraft, ihre Demokratie und Wertvorstellungen in den Dialog mit den aufstrebenden Nationen, insbesondere in Asien, einzubringen. Wollen sie dabei erfolgreich sein, bedarf es einer Erneuerung der transatlantischen Beziehungen. Für Tom Buhrow bietet das transatlantische Verhältnis eine große Chance, die komplexen Prozesse in der Welt besser zu verstehen, wenn die gesellschaftlichen Kräfte sich unvoreingenommen und offen miteinander austauschen. „Wir müssen uns des Fundaments unserer Freundschaft bewusst sein, das Maß an Gemeinsamkeiten stärken und die Menschen in Deutschland und Amerika für die Unterstützung einer erneuerten transatlantischen Partnerschaft gewinnen. Nur so werden Deutschland, Europa und Amerika ihrer Verantwortung im globalen Zeitalter gerecht“, führte Boddenberg aus.
 
Zum Abschluss der Veranstaltung hielt Botschafter Murphy ein flammendes Plädoyer für die Intensivierung des Jugendaustauschs. Jeder Jugendliche sollte eine gewisse Zeit im Partnerland verbringen, denn nur so wachse Verständnis, Vertrauen und Freundschaft auf beiden Seiten.
 

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