Heuser: Rekonstruktionen müssen originalgetreu sein

CDU-Fraktion bekräftigt Festlegung auf Baukriterien in der neuen Altstadt

Helmut Heuser, Spitzenkandidat der Frankfurter CDU für die Kommunalwahl 2011
Helmut Heuser, Spitzenkandidat der Frankfurter CDU für die Kommunalwahl 2011
Frankfurt am Main, 17. Februar 2011 - Der Vorsitzende der CDU-Fraktion Frankfurt am Main, Helmut Heuser, hat Presseverlautbarungen widersprochen nach denen es möglich sei, die Altstadt zwischen Dom und Römer wieder vollständig aufzubauen und dabei bis zu 35 Altstadthäuser zu rekonstruieren.

„Die Kriterien, die durch den Gestaltungsbeirat im Benehmen mit dem Aufsichtsrat der Dom-Römer GmbH festgelegt wurden, erlauben nach heutigem Stand nur für insgesamt 17 Häuser eine einwandfreie Rekonstruktion. Das sind die acht bekannten Gebäude, deren Wiederaufbau durch die Stadt beschlossene Sache ist. Hinzu kommen neun weitere, sofern sich für diese Investoren finden“. Bei allen anderen Häusern, die jetzt in Rede stünden, seien diese Kriterien Heuser zufolge nicht erfüllt.

Gegen eine Rekonstruktion dieser Häuser spräche neben der unzureichenden Dokumentation der Vorgängerbauten auch der Parzellenzuschnitt.

„Wir wollen der Altstadt ihr Gesicht wiedergeben. Das heißt aber auch, dass wir nur dann rekonstruieren, wenn wir in der Lage sind, die früheren Gebäude auch möglichst originalgetreu und an Ort und Stelle wiederherzustellen. Schon die Abweichung vom historischen Stadtgrundriss mit der Folge einer Fassadenverschiebung stellt deshalb einen nicht zulässigen Eingriff in die Authentizität des Bauvorhabens dar. Auch bauliche Beschränkungen, zum Beispiel durch die Tiefgarage, stehen einer guten Rekonstruktion im Wege“, so der Fraktionsvorsitzende. Darüber hinaus müssten die wiederherzustellenden Gebäude nach den festgelegten Kriterien auch dem „Ensemble-Gedanken“ Rechnung tragen und über eine raumgebende Funktion verfügen. „Mit den rekonstruktionsfähigen Häusern am Hühnermarkt, ‚Hinter dem Lämmchen’, am Rebstock-Hof sowie mit dem ‚Neuen Roten Haus’ und der ‚Grünen Linde’ zwischen dem ‚Roten Haus’ und der ‚Goldenen Waage’ am ‚Markt’ ist dies mustergültig gegeben.

Wir wollen keine Fachwerk-Solitäre zwischen einer modernen Bebauung. Die rekonstruierten Altstadthäuser sollen nicht für sich alleine stehen, sondern in Verbindung miteinander wirken. Im harmonischen Verbund mit den angrenzenden Häuser-Ensembles, die in einer an der historischen Substanz orientierten modernen Bauweise realisiert werden, wird ein hochattraktives kleinteiliges Quartier entstehen“, so Heuser. Der Fraktionsvorsitzende nannte das Haus Markt 40 als anschauliches Beispiel für ein Gebäude, dessen Errichtung aufgrund der genannten Kriterien für eine Rekonstruktion nicht in Frage komme. Diesem Vorhaben stünden eindeutig der „Neubau“ des Kunstvereines und die heute erforderlichen Feuerwehrumfahrten im Wege. Dagegen befinde sich zum Beispiel des Haus „Würzgarten“ am Markt 28 inmitten eines Ensembles, das an der Westseite des Hühnermarktes vollständig rekonstruiert werden könne. Die nunmehr möglichen Rekonstruktionen bildeten zudem alle Epochen und Baustile ab, die in der Altstadt vorhanden waren, ein Querschnitt durch Gotik, Renaissance, Barock und Klassizismus.
 
„Auf den 34 Parzellen des Areals sind es am Ende jetzt 17 Häuser, die insgesamt rekonstruiert werden können. Das ist eine sehr gute Quote und ein gewaltiger Schritt in Richtung der Altstadt-Freunde“, sagte Heuser, der darauf verwies, dass die CDU-Fraktion in der Diskussion zu Beginn der Altstadt-Planungen vor fünf Jahren zunächst von lediglich vier rekonstruktionsfähigen Gebäuden in vier Ensembles ausgehen musste. „Mit diesen vernünftigen Grundsätzen, die der Gestaltungsbeirat mit dem Aufsichtsrat erörtert hat, vermeiden wir eine kulissenhafte Rekonstruktion, die das Projekt in Verruf bringen würde. Disneyland in der Frankfurter Altstadt wollen wir nicht. Wir wollen eine qualitätvolle Rekonstruktion, auch aus Respekt vor der Geschichte unserer Stadt. Diese Maßstäbe geben auch den zukünftigen Investoren die nötige und zu Recht verlangte Planungssicherheit“, so Heuser abschließend.

Inhaltsverzeichnis
Nach oben