Seubert: Kürzere Prozesse und effektivere Maßnahmen gegen Jugendkriminalität

CDU-Fraktion missbilligt Krittelei der SPD am Haus des Jugendrechts

Dr. Walter Seubert, Stadtverordneter
Dr. Walter Seubert, Stadtverordneter
Frankfurt am Main, 22. Februar 2011 - Das Haus des Jugendrechts ermöglicht den verschiedenen Behörden aufgrund der räumlichen Nähe eine deutlich engere Zusammenarbeit, direkte Kommunikation und die parallele Bearbeitung von einzelnen Fällen, erklärte heute der sicherheitspolitische Sprecher der CDU-Fraktion Frankfurt am Main, Dr. Walter Seubert, anlässlich der morgigen feierlichen Einweihung dieses für Frankfurt am Main wichtigen Projektes zur Verminderung der Jugendkriminaliät.

Das Haus des Jugendrechts vereint Jugendgerichtshilfe, Polizei, Staatsanwaltschaft und die Vermittlungsstelle des Täter-Opfer-Ausgleichs unter einem Dach. Auch für Einrichtungen freier Träger im Bereich der Jugendkriminalität, des Jugendschutzes und der Jungendhilfe hält das Haus Räumlichkeiten bereit. Zudem ist die Zweigstelle Höchst des Amtsgerichtes Frankfurt am Main eingebunden.


Ziel des Projektes sei es Seubert zufolge, die Effektivität präventiver Maßnahmen zu erhöhen und durch kürzere Prozesse und schnellere Sanktionierung straffällig gewordener Jugendlicher die Jugendkriminalität zu reduzieren. Es ist wichtig, zu verhindern, dass Jugendliche in die Kriminalität abrutschen. Genauso müssen Jugendliche, die bereits kriminelle Karieren begonnen haben, durch rasche und individuelle Maßnahmen zu Verhaltensänderungen bewegt werden, so Seubert. Das Haus des Jugendrechts sei nach Ansicht der CDU-Fraktion die geeignete Institution dieses Ziel zu erreichen. Daher planen wir für die nächste Wahlperiode ein weiteres Haus, sollte das Modellprojekt in Höchst die Erwartungen erfüllen, so Seubert.

Durch die Integration verschiedener Organisationen in einem Gebäude wird es diesen ermöglicht, ihre Maßnahmen in der Jugendhilfe und der Bekämpfung der Jugendkriminalität besser abzustimmen. Seubert erklärte hierzu: Die Betrachtung der jungen Menschen in ihrer Gesamtheit unter Berücksichtigung ihrer gesamten Lebenssituation ist wichtig, um sinnvolle Sanktionen verhängen zu können. Dasselbe gelte für wirksame Präventionsmaßnahmen. Die Abstimmung der Akteure im Haus des Jugendrechts werde zum Beispiel durch regelmäßig stattfindende Besprechungen und die Behandlung einzelner Fälle in Fallkonferenzen umgesetzt.
 
Die plötzlich aufkeimende Kritik der SPD an der kurz vor der Eröffnung stehenden Einrichtung halte die CDU-Fraktion nach den Worten Seuberts für wenig überzeugend. Insbesondere der gewählte Zeitpunkt für die Krittelei sei fragwürdig. Die SPD hätte ihre abweichende Meinung zu der Planung sehr viel früher äußern können, zum Beispiel im Jugendhilfe- oder im Sozialausschuss. Gleichzeitig sei es noch viel zu früh, an den möglichen Erfolgsaussichten zu mäkeln, da die Arbeit im Haus des Jugendrechts gerade erst aufgenommen wurde. Einzig für ein Wahlkampfmanöver habe die SPD den richtigen Zeitpunkt getroffen. Auf ein Wahlkampfmanöver lasse wohl auch die geringe Substanz der Kritik an Planung und Einbeziehung freier Träger schließen. Schon die Einrichtung von Räumlichkeiten für Freie Träger im Haus des Jugendrechts sei ein Beleg für die gute Zusammenarbeit, so Seubert. Darüber hinaus seien die unmittelbar beteiligten Träger wie der Verein Kinder- und Jugendhilfe, der Caritas- und der Evangelische Regionalverband intensiv in die Vorbereitungen eingebunden gewesen. Im Vorfeld habe es außerdem ein Treffen mit weiteren Vereinen und Jugendhäusern aus den westlichen Stadtteilen gegeben. Und die Jugendgerichtshilfe habe das Konzept in den Regionalräten der westlichen Stadtteile vorgestellt. Die SPD scheint über das Haus des Jugendrechts und die Zusammenarbeit mit Partner-Institutionen nicht informiert zu sein. Es hätte jedoch genügend Möglichkeiten gegeben, sich einzubringen, wenn bei der SPD tatsächlich ein Interesse an der Sache bestanden hätte, kritisierte Seubert.
 
An die Adresse des Stadtverordneten Michael Paris gerichtet, der sich gegenüber den Medien offensichtlich wieder einmal in seiner Doppelfunktion als SPD-Politiker und Geschäftsführer des Abenteuerspielplatzes Riederwald e.V. geäußert hatte mit dem Anliegen, sein Verein benötige zur Betreuung von jugendlichen Straftätern mehr Fachpersonal, sagte Seubert: Scheinbar ist Herr Paris mit seinen Mitarbeitern heillos überfordert. Man sollte darüber nachdenken, ob der Verein für diese Aufgabe der Jugendhilfe noch geeignet ist. Seubert zufolge leisten Jugendliche und junge Erwachsene in Frankfurt am Main im Jahr rund 48.000 gemeinnützige Arbeitsstunden auf richterliche Anordnung in etwa 150 verschiedenen Einrichtungen, darunter Kirchengemeinden, Alten- und Behinderteneinrichtungen, Sportvereine, freie Träger der Jugendhilfe, Hilfsdienste, Krankenhäuser, Schwimmbäder und Kindergärten. Zahllose Haupt- und Ehrenamtliche in diesen Einrichtungen schaffen es, vielen dieser gefährdeten Jugendlichen ein Beispiel zu geben oder ihnen deutliche Grenzen für ihre Verhaltensweisen aufzuzeigen. Ihnen sollte Herr Paris nicht das nötige Verantwortungsbewusstsein und die gerade hier notwendige Lebenserfahrung absprechen indem er der Auffassung ist, einige Sozialpädagogen mehr einzustellen sei allein zielführend, so Seubert.   
 

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