Thomas Mann MdEP
Thomas Mann MdEP
Brüssel/Frankfurt am Main, 8. Juni 2011 - "Das Europäische Parlament hat sich soeben mit großer Mehrheit gegen eine EU-Richtlinie zur Regulierung von CSR (Corporate Social Responsibility) ausgesprochen.

Das ist ein guter Tag für die kleinen und mittleren Unternehmen in Europa! Für sie stand zu befürchten, dass das freiwillige soziale Engagement zu einem verpflichtenden gemacht wird. Anläufe dazu waren bereits 1999, 2002 und zuletzt 2007 gescheitert. Zum Jahreswechsel 2011 hatte die EU-Kommission eine Online-Konsultation zur Offenlegung von Unternehmens-Informationen nicht-finanzieller Art gestartet, in der nicht mehr die Frage gestellt wird, ob im Bereich CSR eine EU-Regulierung notwendig ist, sondern wie sie ausgestaltet werden soll. Das im April 2011 von der EU-Kommission vorgestellte Grünbuch zu Corporate Governance bestätigte die Befürchtungen der KMU: Unternehmen sollen zu einer sogenannten guten Unternehmensführung verpflichtet werden. In Frankreich und Dänemark sind für Unternehmen bereits Sozialberichte vorgeschrieben. Binnenmarkt-Kommissar Barnier will 2012 konkrete Vorschläge zur Corporate Governance vorlegen. Das Thema CSR-Verpflichtung dürfte nach dem heutigen Votum des Europäischen Parlaments keine Rolle mehr spielen", betonte der hessische CDU-Europaabgeordnete und Vizepräsident des federführenden Ausschusses für Beschäftigung und Soziales, Thomas Mann.

 
"CSR steht für Corporate Social Responsibility, also für das freiwillige soziale Engagement der Unternehmen. Beispiele sind Firmenkindergärten, humanitäre Projekte, zusätzlicher Umweltschutz oder die Unterstützung des Jugendfußballs. Eine Verpflichtung zu CSR lehne ich strikt ab. Sie wird zu neuer Bürokratie führen und die Unternehmen vom freiwilligen Engagement abhalten. Was viele Unternehmen im Bereich CSR leisten, ist beachtlich. Die EU sollte alles tun, um dieses Engagement weiter zu fördern. Die deutsche Bundesregierung geht mit gutem Beispiel voran: Am 24. März hat sie das Förderprogramm 'Gesellschaftliche Verantwortung im Mittelstand' vorgestellt. Das Programm hat eine Laufzeit von drei Jahren und ein Gesamtvolumen von 26 Millionen Euro zugunsten der kleinen und mittelständischen Unternehmen", betonte Mann abschließend.

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