Rhein teilt heftig aus

CDU-Kandidat wettert gegen Linke und SPD

Frankfurter Rundschau, 23. Februar 2012 - "Rhein in den Römer" und "Boris Rhein - 100 Prozent für Frankfurt" stand auf den blauen Schildern, die rund 300 CDU-Mitglieder in die Luft hielten und ihrem OB-Kandidaten in der Harheimer Stadthalle Beifall klatschten.

Boris Rhein hatte zuvor in seiner mehr als einstündigen Rede zum politischen Aschermittwoch zunächst die politischen Gegner ausgezählt. Rhein startete mit seinen Erlebnissen im Wahlkampf und bei der Diskussionsveranstaltung im DGB-Haus vor einer Woche. "Kein einziger ordentlicher Gewerkschafter war an diesem Tag da", sagte Rhein. Gekommen seien "die Narren der Negativen", die ein "Kabinett der Kuriositäten, eine Schau der Skurrilität" abgehalten hätten, die "Demagogen der Linkspartei, der SED-Nachfolgepartei". So auch Janine Wissler, "eine Politologiestudentin, wohlgemerkt seit dem Jahr 2001, eine Marxistin, ein Mitglied eines Netzwerk, das keine Trennlinie zur Antifa und zur Gewalt hat".

Als nächsten nahm sich Rhein den SPD-Kandidaten Peter Feldmann vor. Dessen Linie habe die hessische SPD vom Tisch gewischt - sie sei "zusammengefallen wie ein Hefekuchen, den sie zu früh aus dem Backofen geholt haben. Es hat nicht einmal ein Geräusch gegeben, weil sie so inhaltslos war." Feldmann sei "der Stadtverordnete von dem wir nichts, aber auch gar nichts gehört haben, der Mitglied der mittlerweile drittklassigen Sozialdemokraten ist."

Am meisten ärgerten Rhein die Position der Grünen-Kandidatin Rosemarie Heilig und deren "scheinheilige Eiertänze". Sie betreibe Verbalradikalismus, wenn sie die Aufforstung des Waldes fordere. Die Grünen selbst "verziehen die Augen, wenn sie diese Ansagen macht".

Den größten Teil seiner Aschermittwochsrede widmete Rhein der Linkspartei, "die mit Stasikadern von oben bis unten durchsetzt ist". Der "ekelerregende Antisemitismus dieser Truppe" sei dafür verantwortlich, dass sie vom Verfassungsschutz beobachtet werde. Von Hessens SPD-Parteichef Torsten Schäfer-Gümbel forderte er eine klare Aussage, ob er mit der Linkspartei eine Koalition eingehen wolle oder nicht.

Zuvor hatte der neue CDU-Kreisvorsitzende Uwe Becker zum Rundumschlag gegen Rheins Konkurrenten ausgeholt: vom "Schrecken der Meere" über den "sozialdemokratischen Regalbauer" zur "Rosa Luxemburg der städtischen Linken". Peter Feldmann, sei "Gewinner der SPD-Castingshow, der Halbfettkandidat", der nur von der Hälfte seiner Partei unterstützt werde. Feldmann und Grünen-Kandidatin Rosemarie Heilig betrieben "Wählertäuschung", wetterte Becker. "Wir blicken mit Stolz und Selbstbewusstsein nach vorne und sind uns sicher, dass Boris Rhein der nächste Oberbürgermeister wird."

Von Timur Tinç

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