Heuser: Die Chemieindustrie ist ein bedeutendes

CDU-Fraktion führte Gespräche bei AllessaChemie in Fechenheim

Helmut Heuser, Vorsitzender der CDU-Stadtverordnetenfraktion
Helmut Heuser, Vorsitzender der CDU-Stadtverordnetenfraktion
Frankfurt am Main, 11. Mai 2012 - Die CDU-Fraktion hat am vergangenen Mittwoch ihre Sitzung nicht im Römer, sondern im Gästecasino der AllessaChemie GmbH im Stadtteil Fechenheim abgehalten, um mit dem Geschäftsführer des Unternehmens, Dr. Thomas W. Büttner, über die aktuelle Situation der Chemieindustrie am Standort Fechenheim zu sprechen.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Helmut Heuser erklärte nach dem eineinhalbstündigen Gespräch, seine Fraktion bekenne sich „ohne Wenn und Aber“ zu dem traditionsreichen Industriestandort im Frankfurter Osten. „Die chemische Industrie ist ein bedeutendes Fundament der Frankfurter Wirtschaft. Sie sichert Blaumannarbeitsplätze und fertigt weltweit genutzte Qualitätsprodukte ‚Made in Germany‘“, sagte Heuser.


Das 2001 aus der früheren Cassella AG und später Clariant hervorgegangene Unternehmen mit rund 750 Mitarbeitern und etwa 150 Auszubildenden produziert an drei Standorten in Frankfurt am Main Spezialchemikalien vor allem für Auftraggeber der Pharma-, Kosmetik- und Agroindustrie. „Auch wenn es der Begriff Spezialchemikalien nicht vermuten lässt, sind die damit hergestellten Endprodukte allgegenwärtig. Babywindeln, Kosmetika und Hygieneartikel, Verbandmaterial und Druckfarben könnten ohne die Basisprodukte, wie sie aus Fechenheim geliefert werden, nicht für den breiten Markt hergestellt werden. Mit solchen exzellenten Standards bei den Grundstoffen leistet die Chemie in Frankfurt am Main einen wesentlichen Beitrag zur industriellen Wertschöpfungskette“, so der Fraktionsvorsitzende.

„Die AllessaChemie“, so Heuser weiter, „ist Teil der Frankfurter Industriebranche, die 50.000 Beschäftigten und ihren Familien ein Auskommen sichert und 25 Prozent zum Gewerbesteueraufkommen der Stadt Frankfurt am Main beiträgt“. Jeder erfolgreiche Industriearbeitsplatz hier in Frankfurt am Main sei aber auch unmittelbar auf eine funktionierende und leistungsfähige Infrastruktur wie auf eine höchstmögliche Akzeptanz in der unmittelbaren Wohnnachbarschaft angewiesen, das habe das Gespräch mit Geschäftsführer Dr. Büttner erneut deutlich gezeigt. „Die Industrie braucht über die Rechtssicherheit hinaus, die unser Land auf so vorzügliche Weise bietet, auch Standortgarantien. Deshalb wollen wir gemeinsam mit unserem Wirtschaftsdezernenten Stadtrat Markus Frank das industriepolitische Leitbild Frankfurts durch den ‚Masterplan Industrie‘ fortentwickeln“, sagte Heuser. Dabei sollen die zukünftig benötigten Wohnbauflächen in unserer Stadt weitgehend bereitgestellt werden, ohne die bestehenden Industrie- und Gewerbeflächen anzutasten.

„Ein wesentlicher Kern des Masterplans ist für die CDU-Fraktion die Sicherung des Osthafens als Verkehrsfläche. Der dort beispielsweise von der AllessaChemie betriebene Umschlag von Flüssiggütern ist für das Unternehmen von existenzieller Bedeutung. Wir unterstützen Stadtrat Frank daher in seinem Bemühen, die bestehenden Mietverträge am Osthafen möglichst bis 2050 zu verlängern“, so der Fraktionsvorsitzende. Heuser zeigte sich gegenüber Allessa auch beim Thema Modernisierung der Hafenbahn gesprächsbereit. „Zum Teil sind die Weichen von den Zugführern noch mit Handbetrieb umzustellen. Den Wunsch nach Beschleunigung der Hafenbahn kann ich insofern nachvollziehen. Die CDU-Fraktion wird sich hierzu im Rahmen eines Ortstermins ein Bild machen und dann mit dem Magistrat und dem Hafenmanagement Verbesserungen prüfen“, kündigte Heuser an.

Im Zusammenhang mit der im Stadtteil Fechenheim umstrittenen neuen Braunkohlestaubfeuerungsanlage sagte Heuser, es sei erfreulich, dass Allessa zwischenzeitlich seine Öffentlichkeitsarbeit im Stadtteil Fechenheim entschieden verbessert habe. „Wir bleiben bei unserer Position, dass die Rechtslage hinsichtlich der vom Regierungspräsidium Darmstadt erteilten immissionsschutzrechtlichen Genehmigung zum Betrieb des neuen Kraftwerks durch den Eilbeschluss des Verwaltungsgerichts Frankfurt vom September 2011 geklärt ist, was erst kürzlich auch der Hessische Verwaltungsgerichtshof in Kassel so gesehen hat. Auch ist es für uns verständlich, wenn sich ein Unternehmen aus Gründen eines nachhaltig kostenbewussten Wirtschaftens für einen bestimmten und außerdem in Deutschland heimischen Energieträger entscheidet. Neue, zumal mit konventionellen Brennstoffen betriebene Industrieanlagen werfen aber erfahrungsgemäß immer Fragen auf. Deshalb wäre es vor einem Jahr sicher klug gewesen, rechtzeitig in einen Dialog mit den Anwohnern des Werksgeländes einzutreten und über das Vorhaben und die technisch auf dem neuesten Stand konzipierte Anlage, die die Grenzwerte der Technischen Anleitung Luft ganz offensichtlich deutlich unterschreitet, zu informieren“, stellte Heuser klar.

Wie Heuser weiter ausführte, sehe eine erfolgreiche Industriepolitik zwischen Ökonomie und Ökologie keine Gegensätze. „Ohne die Einhaltung moderner, umweltfreundlicher Standards unter Beachtung einer größtmöglichen Transparenz ist eine zukunftsorientierte Industrieentwicklung heute zu Recht undenkbar. Wir sind zuversichtlich, dass ein Chemiewerk wie Allessa eine große Zukunft vor sich hat, wenn diese Grundsätze Teil der Unternehmensphilosophie sind“, sagte Heuser.
Für den Fraktionsvorsitzenden war es aus diesem Grund erfreulich zu hören, dass die AllessaChemie in Fechenheim verlorenes Vertrauen zunehmend zurückgewinnt, indem sie eine offensive Kommunikation mit dem Stadtteil betreibt. Als Beispiele nannte Heuser die Intensivierung des Forums „Nachbarschaftsdialog“, die guten Beziehungen zu örtlichen Gewerbetreibenden und die Vernetzung mit der Heinrich-Kraft-Schule über ein Schülermentorenprogramm. „Über die Mentoren aus den Reihen der Gleichaltrigen erfahren die Schülerinnen und Schüler etwas über die Ausbildungschancen in der Industrie. Das sind wichtige Perspektiven für die jungen Leute auf dieser einzigen weiterführenden Schule in Fechenheim-Süd“, betonte der Fraktionsvorsitzende.

„Es ist nicht zuletzt der wirtschaftliche Erfolg, der es Allessa ermöglicht hat, im vergangenen September die Anzahl der Auszubildenden noch einmal um 20 Prozent zu erhöhen und durch eine sehr hohe Übernahmequote aus eigener Kraft dem herrschenden Facharbeitermangel zu begegnen. Umso wichtiger ist es für die Kommunalpolitik, der Industrie in Frankfurt am Main auch gute Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Produktionstätigkeit zu bieten“, so Heuser abschließend.

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