JU Frankfurt: Braucht die Union das ‚C‘ noch?

Konservatives Forum der Jungen Union Frankfurt mit Christian Meißner

Martin-Benedikt Schäfer, JU-Kreisvorsitzender
Martin-Benedikt Schäfer, JU-Kreisvorsitzender
Frankfurt am Main, 16. September 2014 - Für was steht das „C“ in der Union? Dieser Frage gingen am Montagabend rund 50 Besucher des „Konservativen Forums“ der Jungen Union Frankfurt am Main nach. Gastredner war Christian Meißner, Pastor und Bundesgeschäftsführer des Evangelischen Arbeitskreises (EAK) der CDU/CSU.

 
Der Berliner Pastor Christian Meißner schaffte etwas, was nur sehr wenigen Leuten im Kreise der Jungen Union im Speziellen und bei einer Veranstaltung im Allgemeinen gelingt. Er bannte die Zuhörer so sehr, dass man eine Stecknadel hätte fallen hören. Seine Ausführungen zum Markenkern der Union, dem „C“, lauschten die erschienenen Mitglieder und Freunde der Jungen Union Frankfurt, unter ihnen Landtagspräsident Norbert Kartmann, sehr aufmerksam.

„Wir sind sehr froh, dass wir mit Christian Meißner einen so ausgewiesenen Experten für dieses durchaus wichtige Thema finden konnten. Ich bin mir sehr sicher, dass jeder der Besucher heute besser weiß, wieso das ‚C‘ zur Union gehört und die Union zum ‚C‘“, so Martin-Benedikt Schäfer, der Kreisvorsitzende der JU Frankfurt.
 

Im Kern ging es bei der vierten Ausgabe der Vortragsreihe „Konservatives Forum“ um die Frage für was das „C“ heute noch steht und indirekt sogar darum, ob es noch zeitgemäß ist. Laut Meißner stellt sich diese Frage jedoch überhaupt nicht. „Das ‚C‘ war immer die Klammer, das Inkludierende für die Union und so ist es auch heute noch. Durch das ‚C‘ grenzt man sich nicht ab. Im Gegenteil, dadurch öffnet man sich“, erklärte der Bundesgeschäftsführer des EAK, Christian Meißner.

Diese Erkenntnis war für viele der Zuhörer neu, doch Meißner konnte sie überzeugen, denn für ihn gelte, in der Tradition der Gründerväter der Union, das „C“ immer als „Rückversicherung gegenüber jedweder Ideologie.“ Auch heute dürfe man in der Union nicht den Fehler machen und sich als „Konservativ, liberal oder progressiv“ bezeichnen, denn entweder sei man dies in christlicher Tradition oder eben nicht. „Alles andere wäre wieder eine Ideologie und genau das ist das Christliche nicht“, stellte Meißner deutlich klar. Frei von Ideologie, aber fest an Werten müsse daher die Losung für die Union lauten. „Gerade dieser Wertekompass ist es, der uns in unserer täglichen, politischen Arbeit leiten soll und der uns eben auch öffnet für Nicht-Christen“, räumt Meißner sogleich mit der Mär auf, die Union sei keine Partei für Nicht-Christen.
 
 
Im Anschluss an den spannenden, interessanten und zum Teil mitreißenden Vortrag, gab es noch eine Fragerunde, bei der allerlei Themen zur Diskussion kamen. Besonders die Frage zur Abkehr vom ‚C‘ und die Hinwendung beispielsweise zum Konservatismus wehrte der evangelische Pastor vehement ab. „Streicht man das ‚C‘, streicht man unsere Zukunft“, erklärte Meißner unmissverständlich und gab den vielen jungen Politikern noch einen Tipp mit auf den Weg: „Wenn ich ihnen eines raten darf, dann seien sie immer ehrlich zu den Leuten am Wahlstand. Wenn sie in bestimmten Situationen keine exakte Antwort haben, sagen sie das, lassen sie sich aber stets von ihren, von unseren gemeinsamen Werten leiten. Glaubwürdigkeit wird immer belohnt“, so Meißner, der selbst eben kein Berufspolitiker ist.
 

Zum Abschluss gab es für Christian Meißner einen Schal der JU Hessen und eine Flasche Wein vom Kreisvorsitzenden der JU Frankfurt, Martin-Benedikt Schäfer, der sich bei Meißner herzlich bedankte. „Alle, die hier waren sind nun ein gutes Stück belesener und sollten dies in die Partei tragen. Allen, die diesen Abend verpasst haben, kann man nur empfehlen sich bei Gelegenheit einen Vortrag von Christian Meißner anzuhören“, so Schäfer abschließend.

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