Boddenberg: Fluglärmpausen bringen spürbare Erleichterungen für die Menschen in der Region rund um den Flughafen

„Weitere Entlastungen sind und bleiben unser Ziel“

Michael Boddenberg MdL, Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion
Michael Boddenberg MdL, Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion
Wiesbaden/Frankfurt am Main, 5. Februar 2015 - „Nach monatelangen, umfangreichen Vorarbeiten durch das Verkehrsministerium, die Fluglärmkommission, dem Forum Flughafen und Region und vielen weiteren Beteiligten wird nun für mehrere zehntausend Menschen eine greifbare, zeitnahe Aussicht auf eine Verringerung der Fluglärmbelastung eröffnet.

Dieses Signal geht von der Billigung des Probebetriebes für ein Lärmpausenmodell durch die Frankfurter Fluglärmkommission aus. Mit der gestrigen Unterzeichnung eines ‚Bündnispapieres‘ zur Umsetzung des Probebetriebes wird zudem nochmals eindrucksvoll dokumentiert, dass es allen Beteiligten, einschließlich der Landesregierung, ernst damit ist, alles technisch Mögliche und ökonomisch Vertretbare zu tun, um für eine weitere Fluglärmreduzierung zu sorgen. Gleichzeitig wird damit die bereits bei der ‚Allianz für mehr Lärmschutz 2012‘ begonnene, erfolgreiche Zusammenarbeit fortgesetzt und ausgeweitet“, sagte im Rahmen der Plenardebatte zu den „Fluglärmpausen“ der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag und Frankfurter Wahlkreisabgeordnete, Michael Boddenberg.

Das nun zum Probebetrieb in der am Flughafen weit überwiegenden Westrichtung (BR 25) bestimmte Modell 4 sieht vor, in der Nachtrandstunde von 22 bis 23 Uhr lediglich die Südbahn für die Landeanflüge aus Richtung Osten vorzusehen. „Dies entlastet insbesondere viele Menschen in Offenbach und im Frankfurter Süden. Im Ergebnis können vor allem im Nahbereich über 40.000 Anwohner von einer zusätzlichen Stunde Nachtruhe profitieren.“

Das abends zusätzlich belastete Neu-Isenburg profitiere dann von der Schließung der Südbahn zwischen 5 und 6 Uhr. Für den Ostbetrieb sei noch keine abschließende Entscheidung getroffen worden. „In jedem Fall wird klar: Die Lärmpausen sind kein ‚Nullsummenspiel‘ oder ein ‚Placebo‘, wie Kritiker behaupten, sondern entlasten mehr Menschen, als dass sie zu neuen Belastungen führen“, erläuterte Boddenberg.

Die Fluglärmkommission habe bei ihren Beratungen angesichts der schwierigen Abwägungen vor erheblichen Herausforderungen gestanden. „Die begleitenden Diskussionen und unabhängigen Berechnungen haben den Blick auf die Vorzüge der einzelnen Modelle für bestimmte Regionen nochmals geschärft und die Annahmen des Verkehrsministeriums im Kern bestätigt. Wir danken allen Mitgliedern, dass sie sich diesen Herausforderungen im Interesse der Anwohner rund um den Flughafen gestellt haben und zu einer Entscheidung gekommen sind. Sie ist eine wichtige Grundlage für die weitere Arbeit an der Verringerung des Fluglärms, insbesondere für die im Westen des Flughafens befindlichen Städte und Gemeinden. Wir begrüßen daher ausdrücklich, dass die Landesregierung hierzu sowie zur zeitnahen Umsetzung des Modells weitere Gespräche mit den Beteiligten angekündigt hat“, erläuterte Boddenberg.

„Wir werden begleitend auch bei unseren Anstrengungen zur konsequenten Umsetzung und Weiterentwicklung des Maßnahmenpaketes der ‚Allianz für mehr Lärmschutz 2012‘ nicht nachlassen. Im September 2014 wurde das satellitengestützten Präzisionsanflugsystem ‚Ground Based Augmentation System‘ (GBAS) in Betrieb genommen, mit dem – je nach Verkehrslage – auch noch wenige Kilometer von der Landung bewohnte Gebiete umflogen werden können. Die in Frankfurt operierenden Fluggesellschaften sind am Zug, ihre Flotten mit entsprechenden Empfängern auszurüsten. Nur dann kann GBAS breit genutzt werden“, erklärte Boddenberg.

Auch die Ausrüstung der Airbus A 320-Flotte der Lufthansa mit Wirbelgeneratoren sei angelaufen. „Auf diese Weise werden zukünftig rund die Hälfte der Landungen der Lufthansa AG am Flughafen Frankfurt leiser sein als zuvor.“ Das Verkehrsministerium habe die lärmabhängigen Start- und Landeentgelte weiterentwickelt und zu Jahresbeginn um durchschnittlich 3,2 Prozent angehoben. Für besonders laute Maschinen stiegen die Entgelte sogar um acht Prozent.

„Der Flughafen Frankfurt ist die größte Arbeitsstätte in Deutschland und ein Jobmotor, der berufliche Perspektiven für Menschen mit unterschiedlichsten Qualifikationen eröffnet. Er bietet bei allen Herausforderungen große Chancen für ein exportorientiertes Land wie Hessen und das Rhein-Main-Gebiet. Auf den klaren Erfolgen bei der Fluglärmverringerung werden wir uns jedoch nicht ausruhen: Weitere Entlastungen sind und bleiben unser Ziel“, so Boddenberg.

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