Boddenberg: Handwerk ist ein zentraler Antriebsmotor der hessischen Wirtschaft

„Meisterbrief ist Garant für Qualität und Ausbildung“

Michael Boddenberg MdL, Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion
Michael Boddenberg MdL, Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion
Wiesbaden/Frankfurt am Main, 4. November 2015 - „Das Handwerk ist die Wirtschaftsmacht von nebenan. Mit seiner Innovationsfähigkeit, seiner Ortsnähe und einem breiten und vielgestaltigen Angebot an Ausbildungs- und Arbeitsplätzen sowie seinem gesellschaftlichen Engagement schafft es Arbeitsplätze und Zukunftsperspektiven vor Ort und trägt zur positiven wirtschaftlichen Entwicklung in den Regionen bei.

Gleichzeitig gelingt es immer wieder, speziell auf die Bedürfnisse der Kunden zugeschnittene Dienstleistungen zu einem angemessenen Preis-Leistungs-Verhältnis anzubieten, die sich oft durch Originalität und Innovationskraft herausheben. Allerdings steht das Handwerk vor großen Herausforderungen, etwa mit Blick auf die demographische Entwicklung. Mit der heutigen Veranstaltung wollen wir das Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit für die hohe Bedeutung des Dualen Ausbildungssystems, des Handwerks und insbesondere auch des Meisterbriefes stärken. Für uns als CDU steht fest: Wir sagen JA zum Meister“, erklärte zum Auftakt des Fraktionsforums der CDU-Landtagsfraktion mit dem Titel: „‘Ja zum Meister‘ – Gütesiegel, Qualitätsmanagement und Ausbildungsleistung“ deren Vorsitzender, Michael Boddenberg.

Mit Bernd Ehinger, Präsident der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main und des hessischen Handwerks, Markus Ferber, MdEP (CDU/CSU Gruppe im Europäischen Parlament) und Sprecher des Parlamentskreises Mittelstand Europe sowie Prof. Hans Helmut Schetter, Vizepräsident des Wirtschaftsrates Deutschland und Vorsitzender des Landesverbandes Hessen, konnten hochkarätige Diskussionsteilnehmer für die Veranstaltung gewonnen werden, die aus europapolitischer Sicht wie auch aus der alltäglichen Praxis die Bedeutung des Handwerks und der dualen Ausbildung hervorhoben. Moderiert wurde die Veranstaltung von Corinna Egerer.

„Der Meisterbrief ist ein Gütesiegel für den Verbraucher und ein Beitrag zum Qualitätsmanagement. Er ist einer der Eckpfeiler des deutschen Mittelstandes. Als Basis für das duale Ausbildungssystem gilt der Meisterbrief als Vorbild in und außerhalb Europas. So ist er ein Treiber für Ausbildungsplätze, was sich nach der Novelle der Handwerksordnung 2004 mehr als deutlich zeigt: Nachdem in 53 Gewerken der verpflichtende Meisterbrief abgeschafft wurde, ist dort die Ausbildungsleistung um über 20 Prozent zurückgegangen, während sie in weiterhin von Meistern geführten Betrieben weitgehend konstant geblieben ist", mahnte Schetter.

„Von höchstem Interesse ist für uns daher die Entwicklung auf europäischer Ebene. Der Meisterbrief ist, neben dem erwähnten Vorteil für die Ausbildung, ein Qualitätssiegel, das es zu erhalten gilt. Gleichzeitig ist er aus Verbrauchersicht auch ein wichtiger Qualifikationsnachweis. Daher darf eine generelle und regelmäßig stattfindende“ Überprüfung der Berufszugangsbeschränkungen in den EU-Mitgliedsstaaten, wie sie die Europäische Kommission angestoßen hat, nicht dazu führen, dass Deutschland zu einer erneuten Überarbeitung der Handwerksordnung und somit zur weiteren Reduzierung der zulassungsbeschränkten Gewerke gezwungen wird. Der Meisterbrief, mit seinen 41 zulassungspflichtigen Berufen, muss gerade auch mit Blick auf den Verbraucherschutz erhalten bleiben“, forderte Ehinger.

Ferber hob hervor, dass die Vertretung der Europäischen Kommission in Berlin zwar im vergangenen Jahr versichert habe, dass eine Abschaffung des Meisterbriefes selbst nicht beabsichtigt sei. Aus europäischer Sicht betonte er jedoch nochmals: „Die Frage der Zulassungsbeschränkung bleibt auf der Agenda, denn alle unsere Erkenntnisse deuten darauf hin, dass Meisterbetriebe nicht nur länger am Markt bestehen, sondern auch höhere Ausbildungsleistungen vollbringen.“ Eine Abschaffung des Meisterbriefes als Berufszugangsbeschränkung in den verbleibenden 41 Gewerken würde dazu führen, dass vermehrt Jugendliche durch staatlich finanzierte Angebote außerhalb des dualen Systems für den Arbeitsmarkt qualifiziert werden müssen. Dies würde auch mittelbar den Schlussfolgerungen des Rates aus seiner Tagung vom 27./28. Juni 2013 widersprechen, nach welchen „die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit ein besonderes und unmittelbares Ziel“ ist und die Europäische Union „alle zur Verfügung stehenden Instrumente zur Förderung der Beschäftigung junger Menschen mobilisieren“ wird. Mit der Novelle der Handwerksordnung 2004 sind die wesentlichen Forderungen der Europäischen Kommission bereits erfüllt worden.“

„Wenn man gute, qualitativ hochwertige Dienstleistungen und Produkte benötigt, kann man sich auf das hessische Handwerk immer verlassen. Gerade in der heutigen Zeit ist dabei die hier oft anzutreffende Einheit von unternehmerischer Entscheidungsbefugnis und der persönlichen Haftung von großer Bedeutung. Dies bürgt sowohl für eine hohe Innovations- und Leistungsdynamik als auch für ein hohes Maß an unternehmerischer Verantwortung“, so Boddenberg.

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