Christoph Fay: FrankfurtRheinMain muss Standort der Deutschen Börse bleiben

Christoph Fay, Vorsitzender des Fachausschusses Wirtschaft der CDU Frankfurt am Main
Christoph Fay, Vorsitzender des Fachausschusses Wirtschaft der CDU Frankfurt am Main
Zum dritten Mal seit 2000 versucht das Top Management der Deutschen Börse AG eine Fusion mit einem anderen Börsenplatz, im aktuellen Falle mit der Londoner Stock Exchange. Grundsätzlich sind Fusionen zu begrüßen, wenn dadurch Skaleneffekte erzielt werden können und die Belegschaft in ihrem Bestand bestehen bleiben kann. 

Der erneute Versuch einer Fusion berücksichtigt nicht die Mehrheitsverhältnisse der fusionierenden Gesellschaften. Die Deutsche Börse AG hat auch in den letzten Versuchen immer versucht, den Hauptsitz oder den rechtlichen Sitz aus Deutschland weg zu verlegen. Damit wird langfristig der Finanzplatz Frankfurt und damit Deutschland als Finanzplatz geschwächt. Dies kann nicht im Interesse Deutschlands sein und vor allem nicht des Finanzplatzes Frankfurt. Ein möglicher Brexit (der Austritt Englands aus der EU) würde damit die führende europäische Börse außerhalb der EU nach England bringen. Die Deutsche Börse hat zwar angekündigt, kein Geschäft von Frankfurt nach London zu verlegen. Eine Garantie gibt es dafür aber nicht. Und wenn erst einmal London rechtlicher Sitz ist, dann ist alles möglich. Die CDU Frankfurts und Hessens sollte sich mit einer Stimme gegen diesen Zusammenschluss stellen und Argumente aufbereiten, damit die genehmigende Aufsichtsbehörde diesem Deal nicht zuzustimmen. Der Fachausschuss Wirtschaft der Frankfurter CDU wird sich demnächst mit dieser Thematik beschäftigen. Auch eine Entscheidung der Engländer für Europa wird die Situation für den führenden zentraleuropäischen Finanzplatz Frankfurt nicht absichern. Deutsche Börse und EZB sollten in Frankfurt bleiben und nicht auseinandergerissen werden. Der nächste Fusionsversuch der Deutschen Börse ist willkommen, wenn die Börse in Frankfurt bleibt. Die Deutsche Börse AG sollte ihr Gewicht nutzen und den Standort Frankfurt stärken und nicht schwächen.

Inhaltsverzeichnis
Nach oben