Pressemeldung der CDU Westend zur geforderten zeitweisen Sperrung städtischer Schwimmbäder für männliche Besucher

Dr. Albrecht Kochsiek, Vorsitzender der CDU Westend
Dr. Albrecht Kochsiek, Vorsitzender der CDU Westend
Frankfurt am Main, 21. Juni 2016. Wie verschiedentlich in der Presse berichtet (z. B. Bild Zeitung v. 17. Juni 16, FAZ vom 21. Juni 2016), fordern der Kommunale Ausländerbeirat, aber auch Stimmen aus der SPD den Frankfurter Magistrat auf zu prüfen, ob das Rebstockbad ebenso wie andere Bäder zukünftig zu bestimmten Zeiten für Männer gesperrt werden.

Die Befürworter argumentieren, damit solle insbesondere Frauen muslimischen Glaubens die Möglichkeit gegeben werden, dort ohne Anwesenheit von Männern zu baden.

 
Der Stadtverband CDU Westend weist das Ansinnen, öffentliche Bäder - sei es auch nur stundenweise – für männliche Besucher zu sperren, mit Nachdruck zurück. In einer alternden Gesellschaft und angesichts vieler Großstadt-Kinder mit Bewegungsmangel liegt es im öffentlichen Interesse, Schwimmbäder möglichst unbeschränkt zu nutzen. Das muss besonders dann gelten, wenn die bestehende Infrastruktur durch eine wachsende Bevölkerung immer stärker in Anspruch genommen wird. Für die geforderte Einschränkung der Nutzung städtischer Bäder besteht schon gar kein Bedarf. Denn die Stadt Frankfurt hat längst in allen städtischen Bädern die Nutzung des Burkini zugelassen. Damit steht jeder (weltoffenen und integrationsbereiten) Muslima die Möglichkeit offen, die städtischen Bäder auch unter Berücksichtigung von eigenen Glaubensregelungen zu nutzen. Hierfür muss kein männlicher Gast von der Nutzung ausgeschlossen werden.
 
Unser Ziel ist: In Frankfurt leben (und baden!) alle zusammen, unabhängig von Herkunft, Konfession oder Geschlecht. Wer dagegen die Geschlechtertrennung im Schwimmbad aus religiösen Gründen einführen will, fördert die Abschottung von Menschen mit Migrationshintergrund. Dies ist das Gegenteil von Integration. Hinzu kommt, dass gerade in islamisch geprägten Ländern die Geschlechtertrennung häufig der erste Schritt zur Geschlechterbenachteiligung ist. Auch vor diesem Hintergrund ist die Einführung der Geschlechtertrennung in städtischen Schwimmbädern das völlig falsche Signal. Umso unverständlicher ist, dass sich Teile der SPD für ein derartiges Projekt "vor den Karren spannen lassen".

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