Streiter für Toleranz und Versöhnung

Zum Gedenken an Hans-Ulrich Korenke

Frankfurt am Main, 16. November 2016 - Im Alter von 90 Jahren ist heute in den frühen Morgenstunden nach langer, schwerer Krankheit der frühere Stadtverordnetenvorsteher und Stadtälteste Hans-Ulrich Korenke gestorben.

Hans-Ulrich Korenke, geboren am 24. Juni 1926, hat über Jahrzehnte die Kommunalpolitik in Frankfurt verantwortlich mitgestaltet.


Als gebürtiger Danziger erlebte Korenke die Schrecken des Zweiten Weltkrieges und die Vertreibung aus der Heimat. Über berufliche Stationen in West-Berlin und Bonn kam er 1957 nach Frankfurt am Main und ist mit ganzem Herzen Frankfurter geworden. 1949 als junger Journalist in die CDU eingetreten, wurde er hier 1960 Stadtverordneter und engagierte sich sehr stark in der Kulturpolitik. Besonders internationale Kontakte im Zeichen der Versöhnung lagen ihm am Herzen. Mit dem Kulturausschuss organisierte er Fahrten nach Warschau oder Danzig und knüpfte Kontakte nach Israel. Die Partnerschaft Frankfurts mit Tel Aviv und auch das dortige Frankfurt Haus sind eng mit seinem Namen verbunden. Unter seinem Vorsitz bildete sich 1978 die Frankfurter Arbeitsgemeinschaft der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, und auch an der Entstehung des Jüdischen Museums in Frankfurt hatte er wesentlichen Anteil.

Von 1964 bis 1972 war Korenke stellvertretender Stadtverordnetenvorsteher und hatte in dieser Zeit über Jahre den schwer erkrankten Vorsteher Heinrich Kraft zu vertreten. Von 1972 bis 1977 amtierte der Kommunalpolitiker als ehrenamtlicher Stadtrat. 1977 wurde Korenke dann für eine Wahlperiode selbst Stadtverordnetenvorsteher. „Ich habe ihn nicht mehr persönlich kennenlernen können, aber mir ist bekannt, dass Hans-Ulrich Korenke so liberal wie besonnen war und auch in der harten sachlichen Auseinandersetzung das richtige Gespür für die notwendigen Zwischentöne im parlamentarischen Geschehen bewahrte. Er hat dieses hohe Amt im besten Sinne des Wortes bekleidet – souverän, freundlich und auf dem festen Boden seiner politischen Überzeugungen. Heute gedenken wir des Verstorbenen und sind in Trauer mit der Familie verbunden“, würdigte der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Römer, Michael zu Löwenstein, den früheren Stadtverordnetenvorsteher.

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