Dürbeck: „Keine Zweiklassen-Museumslandschaft!“

CDU-Fraktion hält Ausschreibung beim MMK für zwingend

Dr. Thomas Dürbeck, kulturpolitischer Sprecher der CDU-Römerfraktion
Dr. Thomas Dürbeck, kulturpolitischer Sprecher der CDU-Römerfraktion
Frankfurt am Main, 15. September 2017 - Die im Kulturausschuss gestern bekannt gegebene Absicht von Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig, sie beabsichtige die Leitungsfunktionen im Kulturamt und im Weltkulturenmuseum auszuschreiben, die Leitung des Museums für Moderne Kunst (MMK) in der Nachfolge von Susanne Gaensheimer jedoch nicht, stößt bei der CDU-Fraktion im Römer auf Unverständnis.

Die Stadträtin hatte ihre Auffassung damit begründet, beim MMK würde sich bei öffentlicher Ausschreibung kein geeigneter (und wohl bereits etablierter) Leiter finden lassen. „Wir halten es für richtig, auch diese Stelle auszuschreiben. Auch Susanne Gaensheimer war nahezu unbekannt und hat sich im Bewerbungsverfahren gegen rund 60 Mitbewerber durchgesetzt. Denn darum geht es doch bei einer Ausschreibung: auch Leuten aus der
sogenannten zweiten Reihe eine Chance zu bieten und nicht nur ‚Stars‘. Die Stadt ist damit bisher nicht schlecht gefahren, und das schließt ja auch nicht aus, dass ein bereits etablierter Bewerber hier seinen Weg macht“, kommentierte der kulturpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Dr. Thomas Dürbeck, heute noch einmal die für ihn nicht nachvollziehbare Vorgehensweise der Kulturdezernentin.

„Es geht hier nicht um die Intendanz der Bühnen, die eine GmbH sind, oder um das Städel, das eine Stiftung ist – es geht um Amtsleiterpositionen der Stadt Frankfurt am Main im Kulturbereich, in dem auf diese Weise eine Hierarchie eingezogen würde zwischen Museen, die sozusagen ‚nur‘ wissenschaftlich und irgendwie standardmäßig arbeiten und deshalb ausgeschrieben werden sollen, und solchen Museen, die, um die gestern gefallenen Worte der Kulturdezernentin zu verwenden, von ‚Nicht-Normalsterblichen‘ Amtsleitern, eben nicht von ‚irgendwem‘ geleitetet werden. Zugespitzt gesagt, sitzt also zukünftig auf dem Chefsessel unserer städtischen Kultureinrichtungen entweder der Amtsschimmel oder ein echter ‚Kulturfreak‘, der die Stadt ‚rockt‘ und kreativ ist. Wir halten so eine Unterscheidung schon in sich für fragwürdig“, so Dürbeck weiter.

Für die CDU-Fraktion ist deshalb auch beim MMK ein ordentliches Bewerbungsverfahren, für das überprüfbare Qualifikationen vorliegen müssen, zwingend. „Wir wollen auch Bewerberinnen und Bewerbern eine Chance geben, die noch nicht im Olymp sitzen. Susanne Gaensheimer oder auch Franziska Nori beim Frankfurter Kunstverein sind beste Beispiele dafür, was eine Ausschreibung bewirken kann“, sagte der Stadtverordnete. Im Ergebnis bedeute der Weg, den die Kulturdezernentin nun einschlage, die Etablierung einer „Zweiklassen-Museumslandschaft“. „Das halten wir für ein verheerendes Signal an die Frankfurter Museumsleiter. Wir fordern dazu auf, das gewählte Verfahren noch einmal zu überdenken“, so Dürbeck abschließend.

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