Bodo Pfaff-Greiffenhagen MdL: Wer das Kulturgut Volksfest bewahren will, muss auf Seite der Schausteller stehen

,,In Zeiten von 24-Stunden-Supermärkten muss es erst recht einen TÜV-Notdienst geben”

vl.: Hugo Levy, Patrik Drexel, Michael Reul MdL, Bodo Pfaff-Greiffenhagen MdL, Frank Steinraths MdL, Stephan Siegler, Peter Roie, Thomas Roie
vl.: Hugo Levy, Patrik Drexel, Michael Reul MdL, Bodo Pfaff-Greiffenhagen MdL, Frank Steinraths MdL, Stephan Siegler, Peter Roie, Thomas Roie
Wiesbaden/Frankfurt am Main, 09. Mai 2018 - Der Landtagsabgeordnete der CDU für den Wahlkreis 38 (Bornheim, Nordend, Ostend) Bodo Pfaff-Greiffenhagen nutze die parlamentarische Osterpause unter anderem für eine mehrstündige Begehung der Frühjahrsdippemess auf dem Ratsweg.

Gemeinsam mit Kollegen aus dem Hessischen Landtag und unterstützt von Kommunalpolitikern der Frankfurter CDU, darunter Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler, besuchte er Hessens mit Abstand größtes Volksfest. Unter Führung des 1. Vorsitzenden des Schaustellerverbandes Frankfurt Rhein/Main, Peter Roie, nutzte er zunächst die Möglichkeit, sich vor Ort für den außergewöhnlichen Dienst der Hessischen Landespolizei zu bedanken. ,,Ein Volksfest wie unsere Dippemess stellt die Sicherheitsbehörden gerade in der heutigen durch Terror bedrohten Zeit vor besondere Herausforderungen. Mit der bewährten Wache vor Ort, die bis hin zu Gewahrsamszellen über die nötige Ausstattung verfügt, zeigt die Polizei, dass ihr Dienst stets zunächst Dienst an der Gemeinschaft bedeutet- ein sicheres und fröhliches Fest wäre ohne den oft mühsamen Einsatz der Polizeibeamten nicht denkbar”, so Pfaff-Greiffenhagen anerkennend.

Im Gespräch mit zahlreichen Betreibern der Fahrgeschäfte konnte sich Pfaff-Greiffenhagen ein unverfälschtes Bild der Herausforderungen für die Schausteller machen. ,,99% der Schaustellerbetriebe befinden sich seit Generationen in Familienbesitz. Ähnliches gilt auch für die Angestellten. Auch deren Eltern waren oft schon bei der vorherigen Generation der Eigentümer beschäftigt. Soziale Absicherung, Pflege, gegenseitiges Einstehen für den anderen: das gehört in diesem Gewerbe so zur DNA wie das Einhalten der Sicherheitsvorschriften”, freute sich Roie. Der Vorsitzende des Schaustellerverbandes nutzte die Visite der Unionspolitiker, um auf die Sorgen und Nöten seines Berufsstandes hinzuweisen.

Gerade weil man sich verpflichtet sieht, stets die aktuellen Sicherheitsvorschriften zu beachten und teilweise zu überbieten, sei es für die selbständig tätigen Schausteller bitter oder gar existenzgefährdend, wenn es zu unnötigen Standzeiten komme. In Fällen einer notwendigen Stilllegung einzelner Fahrgeschäfte durch die Polizei oder anderen Behörden aufgrund einer Störung sei eine Wiederaufnahme des Betriebs teils erst nach mehreren Tagen gestattet, da die nötige TÜV-Prüfung Zeit benötige. Pfaff-Greiffenhagen bezeichnete dies als einen nicht nur die Gewerbetreibenden, sondern auch die vergnügungsuchenden Kunden als unhaltbaren Zustand. ,,In Zeiten von 24-Stunden-Supermärkten, Onlinekaufhäusern und immer flexibler werdenden Arbeitszeitmodellen muss es auch möglich sein, dass es zumindest in den Ballungsgebieten einen Notdienst des TÜVs gibt, der die erforderliche Genehmigung wieder zeitnah ausstellt”, so der 56-jährige Diplom-Betriebswirt. Dies sei eines der drängenden Probleme, die man pragmatisch lösen müsse. Als weiteren Punkte nannten Roie und Pfaff-Greiffenhagen die hohen Stromkosten. ,,Hier sollte man seitens der Stadt Frankfurt über eine Ermäßigung nachdenken”, forderte der Landtagsabgeordnete.

Pfaff-Greiffenhagen sicherte zu, die Eindrücke vor Ort in seine Parlamentsarbeit aufzunehmen und sich auf den verschiedenen politischen Ebenen für die Interessen der Schausteller einzusetzen. Er betonte die große kulturelle Bedeutung der Volksfeste in Deutschland, ganz gleich ob sie nun Dippemess, Kerb oder Kirmes heißen. Insbesondere die generationenübergreifende und integrative Funktion von Volksfesten wie der Dippemess gelte es zu bewahren.

Pfaff-Greiffenhagen unterstützte in diesem Zusammenhang die schon seit Jahren vorgebrachte Forderung, Volksfeste endlich zum UNESCO-Weltkulturerbe zu erklären. Eins sei den zahlreichen Teilnehmern des Vor-Ort-Termins schnell klar geworden: ,,Wer das Kulturgut Volksfest bewahren will, muss auf Seite der Schausteller stehen”, so Pfaff-Greiffenhagen abschließend.

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