Dürbeck: Den Kulturcampus jetzt vorantreiben!

Die CDU-Fraktion im Römer sieht gute Chancen für ein „Zentrum der zeitgenössischen Künste“

Dr. Thomas Dürbeck, Stadtverordneter, kulturpolitischer Srecher der CDU-Römerfraktion
Dr. Thomas Dürbeck, Stadtverordneter, kulturpolitischer Srecher der CDU-Römerfraktion
Frankfurt am Main, 24. Oktober 2018 - Die CDU-Fraktion im Römer sieht gute Chancen für ein „Zentrum der zeitgenössischen Künste“ auf dem Areal des geplanten Kulturcampus im Stadtteil Bockenheim.

„Die Dresden Frankfurt Dance Company, das Ensemble Modern und die Junge Philharmonie unter einem Dach anzusiedeln ist ein Vorschlag, der dem Campus-Gedanken bei diesem Projekt endlich zum Durchbruch verhelfen kann. Wenn sich das räumlich verwirklichen lässt, bietet das dem künstlerischen Austausch ganz neue Möglichkeiten“, kommentiert der kulturpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Dr. Thomas Dürbeck, das Ergebnis der gestern vom Hessischen Wissenschaftsminister Boris Rhein und der Frankfurter Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig vorgestellten Machbarkeitsstudie zur Ansiedlung der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst (HfMDK) und des Zentrums der Künste auf dem Kulturcampus in Bockenheim.

 
Die bisherigen Überlegungen zur Zukunft der Flächen im alten Kerngebiet der Uni hatten Dürbeck zufolge einen zu starken Schwerpunkt auf der Entwicklung von Wohnungen. Die Machbarkeitsstudie lasse jetzt erkennen, dass ein echter Kulturcampus städtebaulich möglich ist und zudem auch noch ausreichende Grundstücksflächen für sonstige Nutzungen wie Wohnen und Gewerbe vorhanden sein werden, so der Stadtverordnete.
 
Im Rahmen der Machbarkeitsstudie, an der auch die städtische ABG Frankfurt Holding und der Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen mitgearbeitet haben, wurden städtebaulich sinnvolle Standorte für die HfMDK und vier weitere große Kultureinrichtungen untersucht. „Nachdem die Hessische Landesregierung schon 2015 eine Steilvorlage für das Projekt geliefert hat durch die Zusage, den Neubau der HfMDK mit 100 Millionen Euro aus dem Hochschulbau-Investitionsprogramm HEUREKA zu ermöglichen, ist es erfreulich, dass jetzt auch unsere Kulturdezernentin das Thema für sich entdeckt hat und gemeinsam mit Staatsminister Rhein den Planungsprozess für eine im Schwerpunkt kulturelle Nutzung der Universitätsgrundstücke vorantreiben möchte“, äußert sich Dürbeck zuversichtlich.
 
Die heutige Meldung der SPD-Fraktion im Römer hingegen, in der behauptet wird,  dass es sich ausgezahlt habe, dass Kulturdezernentin Dr. Hartwig und Planungsdezernent Josef immer wieder Druck auf das Land ausgeübt hätten, um damit eine gemeinsame Machbarkeitsstudie zu initiieren, entspricht nach Meinung Dürbecks allerdings einer völligen Umkehrung der Tatsachen. „Boris Rhein hat nach den Kommunalwahlen immer wieder vergeblich versucht, den Herrn Oberbürgermeister und die beiden Fachdezernenten der SPD einzubinden. Erst nachdem der Staatsminister im April dieses Jahres den Startschuss für die Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben hatte, übersandte die Kulturdezernentin im Mai die Flächenanforderungen der auf Vorschlag der Stadt einzubeziehenden Kultureinrichtungen. Da das Kulturdezernat keine Kostenbeteiligung in Aussicht stellte, wurde die aktuell präsentierte gemeinsame Machbarkeitsstudie zudem alleine vom Land Hessen finanziert. Wir sind froh, dass es dem Kunstminister gelungen ist, seine Frankfurter Kollegin zu überzeugen, dem Projekt jetzt endlich gemeinsam Auftrieb zu geben“, stellt Dürbeck klar. Im Übrigen weist Dürbeck darauf hin, dass es bei der ursprünglichen Intention bleiben sollte und das Zentrum sich den zeitgenössischen Künsten widmen soll. Ein „Zentrum der Künste“, wie es die Kulturdezernentin bevorzugt, verwässere diese Idee. „Frankfurt als Stadt der Moderne verdient ein entsprechendes Zentrum für die zeitgenössische darstellende Kunst und Musik“, so Dürbeck.
 
Der CDU-Stadtverordnete kündigte an, seine Fraktion werde die Machbarkeitsstudie sorgfältig auswerten und die Kulturdezernentin gerne unterstützen, nach dem Wegzug der Universität vom Campus Bockenheim einen ausbaufähigen Standort für ein neues, strahlkräftiges Quartier für Künstler zu schaffen. Damit könne eine leider bisweilen belächelte Idee unserer früheren Oberbürgermeisterin Petra Roth in die Tat umgesetzt werden. Ihr Ziel sei es gewesen, mit der Musikhochschule, dem Ensemble Modern, der Jungen Deutschen Philharmonie, dem Hindemith-Institut, den Tänzern der Forsythe Company und des Mousonturms, der Hessischen Theaterakademie und dem Frankfurt LAB ein, so Roth, „unvergleichliches Panorama der Kreativität“ zu schaffen, eingebettet in einen attraktiven Stadtteil mit Wohn- und gewerblichen Nutzungen, in dem weitere Kooperationsmöglichkeiten mit schon vorhandenen Kulturinstitutionen wie dem Senckenberg Museum, dem Institut für Sozialforschung und dem Bockenheimer Depot bestehen.
 
„Während am Museumsufer die Bildenden Künste das kulturelle Erbe bewahren, wird der Kulturcampus ein Kristallisationspunkt der künstlerischen Avantgarde, und zwar mit internationaler Strahlkraft, wenn es gelingt, zum Beispiel das ‚Zentrum der zeitgenössischen Künste‘ auch in architektonischer Hinsicht zu einem Glanzlicht zu machen. Jetzt kommt es darauf an, das heiße Eisen zu schmieden“, so der Kulturpolitiker abschließend.

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