Frauen-Union beklagt fehlendes Verkehrskonzept und fordert eine Abkehr vom seitherigen Stückwerk bevor nicht eine Planung steht

Sylvia Hornung, Vorsitzende der Frankfurter Frauen-Union
Sylvia Hornung, Vorsitzende der Frankfurter Frauen-Union
Frankfurt am Main, 20. Dezember 2018. Die Umgestaltung der Eschersheimer Landstraße mit nur noch einer Fahrspur in einer Richtung zugunsten eines Fahrradweges bringe große Probleme mit sich, stellte die Vorsitzende der Frauen-Union, Sylvia Hornung, heute in Frankfurt fest.

Dabei sei die Frauen-Union keineswegs gegen Fahrradwege, doch die Verringerung der Fahrspuren für Autos auf die Hälfte der bisherigen Kapazität führe auf einer Ausfallstraße zu massiven Problemen durch anhaltende Verkehrsstaus. Schon vor der Änderung sei das Verkehrsaufkommen groß gewesen. Die Halbierung der Verkehrsfläche für Autos bereite weiten Teilen der jeweils betroffenen Nutzer dieser Straße Ärger. Sie hätten längere Anfahrtszeiten und ein Umsteigen auf den örtlichen Nahverkehr sei auch keine Lösung, weil dieser insbesondere während der Hauptverkehrszeiten sehr überfüllt sei. Für Mütter mit kleinen Kindern und mit Kinderwagen ist der Einstieg in die Bahnen dabei eine besondere Herausforderung.

 
Inzwischen seien alle technischen Möglichkeiten ausgeschöpft: Die Züge seien verlängert worden, so dass sie die Bahnsteige von Anfang bis Ende ausnutzen, die Zugfolgen so dicht, dass ein- und ausfahrende Züge in fortlaufender Folge stattfinden. Es gebe weder ein räumliches noch ein zeitliches Einsparpotenzial. Dass in dieser Situation noch weiter am Rad der Verdrängung der Autofahrer gedreht wird, sei unverantwortlich, sagte Hornung. Hornung fordert ein tragfähiges Verkehrskonzept für die gesamte Stadt. Einzelmaßnahmen, wie jetzt geschehen, seien Stückwerk, weil ineffizient, teuer und für alle ärgerlich. Überfüllte U- und S-Bahnen seien zu einem Charakteristikum der Stadt geworden. Gerade die wachsende Stadt Frankfurt müsse zusammen mit dem Verkehrsdezernenten über eine neue Röhre im Innenstadtbereich nachdenken, wenn sie zugunsten der Bevölkerung der Verkehrsprobleme Herr werden wolle.
 
Das Beispiel Eschersheimer Landstraße sei nur eines. Die U-Bahnlinien 4 und 5 sind so überfüllt, dass sie an manchen Haltestellen kaum abfahren können, weil immer mehr Passagiere in die Bahnen drängten. Die an einigen Stationen zum Einsatz kommenden Mitarbeiter, die an den Zügen das verhindern sollen, seien eigentlich eine Zumutung für Reisende und kein zukunftweisendes Modell. Eine Reihe von Frauen müssen noch vor der Arbeit ihre Kinder zur Betreuung bringen und sind besonders von der misslichen Situation der überfüllten Bahnen betroffen. Die CDU-Politikerin wünscht sich für die Familien und besonders die Frauen einen stressfreieren Dienstbeginn.

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