FA Verkehr: 130 Jahre sind lange genug – U-Bahn bis Neu-Isenburg verlängern

Frank Nagel, Vorsitzender FA Verkehr der Frankfurter CDU
Frank Nagel, Vorsitzender FA Verkehr der Frankfurter CDU
Frankfurt am Main, 04. Februar 2019 - Der Vorsitzende des Fachausschusses Verkehr der Frankfurter CDU, Frank Nagel, erinnert daran, dass vor 130 Jahre die Strecke durch den Stadtwald bis zur Stadtgrenze Neu-Isenburg in Betrieb genommen wurde.

Anfangs als Dampfstraßenbahnbetrieben, war sie seit 1929 als elektrische Straßenbahn unterwegs. Heute verkehrt hier die Tramlinie 17 in der Hauptverkehrszeit im 7,5-Minuten-Takt. Erste Ideen zur Verlängerung der Strecke über die heutige Endhaltestelle hinaus gab es bereits 1968. Zum Jubiläum ist es dringend geboten, über eine Verlängerung der am Südbahnhof endenden U-Bahn (aktuell die Linien U1, U2, U3, U8) zur Sachsenhäuser Warte und möglicherweise nach Neu-Isenburg und darüber hinaus nachzudenken.


Die Lokalbahn Bau- und Betriebsgesellschaft Hostmann & Cie hatte 1887 eine Konzession der Landespolizei für den Bau und den Betrieb einer Dampfbahn von Sachsenhausen nach Schwanheim erhalten, mit Abzweigungen nach Niederrad und nach Neu-Isenburg. Die Strecke nach Neu-Isenburg sollte sogar über Sprendlingen, Dreieichenhain und Götzenhain bis Dietzenbach geführt werden. Dies scheiterte jedoch am Einspruch der privaten Hessischen Ludwigsbahn, welche die Main-Neckar-Bahn betrieb und den geplanten Parallelverkehr nach Neu-Isenburg und Dreieich als Konkurrenz ansah. Am 4. Februar wurde die noch heute befahrene Strecke nach Neu-Isenburg feierlich eröffnet. Obwohl schon 1899 die Frankfurter Waldbahn-Gesellschaft (die umbenannte Hostmann & Cie) in den Besitz der Stadt Frankfurt überging, hielte sich der Dampfbahnbetrieb 40 Jahre lang. Erst am 5. Oktober 1929 wurde der Dampfbetrieb eingestellt (aus Kohlemangel) und die Straßenbahnlinie 7 mit den damals neu beschafften G-Wagen übernahm die Anbindung Neu-Isenburgs.
 
Die 1961 getroffene Entscheidung, die Frankfurter Straßenbahn in die zweite Ebene (also unters Straßenpflaster) zu führen, hatte noch keine Auswirkungen auf die Strecke nach Neu-Isenburg. Doch bereits der Gesamtverkehrsplan 1968 enthielt die Idee, im Endausbauzustand die Stadtbahn über die heutige Haltestelle hinaus zu verlängern. Die Strecke sollte östlich um die Bebauungsgrenze von Neu-Isenburg und über die Friedhofstraße bis zu Frankfurter Straße geführt werden. Der nach Eröffnung der U-Bahn veränderte Planungshorizont zeigte sich laut Frank Nagel bereits 1971: in der städtischen Strukturplanung für Sachsenhausen wurde eine zum Sachsenhäuser Berg geführte Stadtbahnstrecke angedacht. 1972 tauchte dann erstmals der Gedanke auf, für eine schnellere Verbindung die Stadtbahn vom Sachsenhäuser Berg weitgehend parallel zur Bundesstraße B3 nach Neu-Isenburg zu bauen. Eine Weiterführung nach und sogar durch Neu-Isenburg hing jedoch schon in den Untersuchungen der 80er Jahre von einer Abstufung der B3 ab (erst dies hätte die Mitnutzung der Straße durch eine Stadtbahn ermöglicht). Darüber hinaus hatte 1980 der damalige Frankfurter Verkehrs- und Tarifverbund (FVV) beschlossen, die Anbindung Neu-Isenburgs mit der S-Bahn über eine Stichstrecke entlang der damaligen Gütergleise zu untersuchen.

„Vierzig Jahre später sind wir kaum weiter“, stellt Nagel fest, „zwar ist der sogenannte Planfestellungsabschnitt Süd 2 für die Regionaltangente West zur Anbindung Neu-Isenburgs über die ehemaligen Gütergleise auf der Zielgeraden, aber die U-Bahn endet seit 1986 noch immer am Südbahnhof. Der Bedarf für eine Verlängerung ist aber da.“ Nach dem Baubeginn der U-Bahn im Europaviertel und der anstehenden Variantenentscheidung für den Lückenschluss der Linie U4 zwischen Ginnheim und Bockenheimer Warte müsse nun auch an die südmainischen Pendler gedacht werden. Frank Nagel fordert, die Planungen für die Verlängerung der am Südbahnhof endenden U-Bahnstrecke wieder aufzunehmen. „Zuerst geht es um die Verlängerung bis zur Sachsenhäuser Warte mit einem großen P+R-Platz, danach muss die Strecke bis zur Stadtgrenze in Neu-Isenburg geplant werden. Sinnvollerweise mit einer P+R-Anlage in der Nähe der Station an der A3.“ Eine Weiterführung durch Neu-Isenburg sei im Interesse der Pendler und der Luftqualität, so Nagel abschließend.

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